/ Wort zum Tag

Prediger 8,8

Bibelvers

"Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten, und hat keine Macht über den Tag des Todes, und keiner bleibt verschont im Krieg, und das gottlose Treiben rettet den Gottlosen nicht."

Prediger 8,8

Unser Leben vollzieht sich in der Zeitspanne zwischen Wiege und Bahre. Wie lange diese
Zeitspanne für uns ist, und wann der Tag des Todes kommt, wissen wir nicht. Die Bibel hat
viele Bilder für die Vergänglichkeit unseres Lebens. Unsere Tage gehen schneller dahin wie ein Weberschifflein oder „als flögen wir davon“. Wir sagen deshalb rückblickend: die Zeit ist wie im Flug vergangen.
„Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes“, heißt es im Buch Prediger. Das betrifft uns alle. Auch
wenn wir den Tod verdrängen wollen, er findet uns doch. Der Dichter Friedrich Schiller
hat gesagt: „Rasch tritt der Tod den Menschen an. Es ist ihm keine Frist gegeben - bereitet oder nicht zu gehn; er muss vor seinem Richter stehn“.
Unzählige Menschen werden durch Seuchen, Hunger, Kriege, Unglücksfälle, Terror
und Naturkatastrophen mitten aus dem Leben gerissen.
Der Literaturkritiker Reich-Ranicki hat mit über 90 Jahren nicht lange vor seinem
Tod folgendes gesagt - so stand es in der Zeitung zu lesen: „Die Zeit frisst uns bis sie uns
ausgelöscht hat. Die Religion kann mir auch keinen Trost geben. Das ist alles Wunschdenken.
Mit dem Tod ist es aus“. Jesus hat von einem Landwirt erzählt, der großen Erfolg in seinem Beruf hatte. Auf dem Höhepunkt seines Lebens sagte er zu sich selbst: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre, habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wem wird gehören was du angehäuft hast?“ Das hat er nicht gewusst. Damit hat er nicht gerechnet. „So geht es dem, der sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott“, fügt Jesus an. (Lukas 12). Was ist eigentlich der Tod, sind wir mit dem Eintreten desselben ausgelöscht?
Gott ist die Quelle des Lebens. Die Trennung von ihm ist Tod. Die Bibel sagt: „Der
Sünde Sold ist der Tod“ (Römer 6,23). Sünde und Tod gehören zusammen. Im Sterben legen wir den Leib ab. Er wird wieder zur Erde. Aber die Person wird auferstehen. Schiller hat recht wenn er sagt: „bereitet oder nicht zu gehn, er muss vor seinem Richter stehn“. Was wäre das, wenn es keinen Weltrichter und kein Weltgericht gäbe, wo alles ans Licht gebracht, gerichtet und zurechtgebracht wird. Was wäre mit allen, deren Blut unschuldig vergossen wurde. Oder mit den z.B. eineinhalb Millionen getöteter Kinder, die nur getötet wurden weil sie jüdische Kinder waren? Im Gericht wird Gott auch erlittenes Unrecht erstatten. „Über den der nicht Barmherzigkeit getan hat wird ein unbarmherziges Gericht ergehen“ (Jak. 2,13). Die Weltgeschichte erfordert das Weltgericht. In der Bibel wird gesagt: „Es ist dem Menschen bestimmt einmal zu sterben, danach aber das Gericht“.
Aber wie können wir dem Tag des Todes bereitet entgegen gehen? Das geht ohne Jesus Christus nicht. Er hat die Schuld der Welt gesühnt. Er hat den Ausgang aus dem Tod gefunden. Er selbst lädt uns ein: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh. 5,24).
Es kommt hier auf den Glauben an. Glauben, der aus dem Hören kommt, wer Jesus ist.
Den Glauben vergleiche ich mit einer Trauung. Wie zwei Menschen sich auf Lebenszeit gegenseitig anvertrauen, so dürfen wir uns mit unserer Schuld und unserem ganzen Leben für Zeit und Ewigkeit auf sein Wort hin dem Herrn Jesus Christus anvertrauen. „Auf dass ich sein eigen sei“, sagt Martin Luther. Dann können wir dem Tag des Todes, der nicht in unserer Macht steht getrost entgegen sehen. Wir dürfen mit Fürchtegott Gellert bekennen:

Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht.
 

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