/ Wort zum Tag

Psalm 57,3

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt."

Psalm 57,3

„Alles wird gut!“ An dieses Motto versuchen wir uns zu klammern, wenn es gerade alles andere als gut läuft. „Alles wird gut!“ Damit versuchen wir anderen in ihren Beziehungs-, Vertrauens-, und Lebenskrisen Mut zu machen. Doch wie leicht gerät unser Trost zur leeren Floskel. Schließlich: Woher sollen wir das wissen? Wer soll dafür sorgen, dass alles gut wird? Und was wäre denn überhaupt gut?
„Alles wird gut!“ Diese Worte bleiben eine leere, nichtssagende Floskel … solange sie nicht getragen sind vom Vertrauen auf Gott, der alles zum Guten wenden kann. Er, von dem ein alter Gospel singt, dass er „die ganze Welt in seinen Händen hat“. Er allein kann dafür sorgen, dass alles gut wird. Das Wort zum heutigen Tag formuliert den Glauben daran. Es ist ein Gebetsruf aus Psalm 57,3: „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.“ Der ganze Psalm ist getragen vom unbedingten Vertrauen: Es kommt gut, wenn ich meine Sache Gott in die Hände gebe.
Die Bibel stellt dieses Gebet in den Zusammenhang mit Davids Flucht vor König Saul. Eigentlich war er als Therapeut für den Herrscher an den Hof gerufen worden. Doch die wachsende Popularität des Musikers und Kriegshelden hatte den Neid des Königs geweckt. So hatte sich David in die Berge zurückgezogen. Er versteckte sich in den Höhlen dort, während der König ihm mit einer ganzen Armee nachstellte und ihm ans Leben wollte. Eigentlich hatte David keine Chance. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die gut ausgerüstete Streitmacht Sauls ihn stellen würde. Und dann würde es um ihn geschehen sein. Dabei hatte er sich doch nichts zu Schulden kommen lassen. Er hatte nur getan, worum man ihn gebeten hatte.
David hatte keine Chance, sich selber zu retten. Aber er vertraute Gott und rechnete damit, dass der ihn irgendwie heraushauen würde: «Gott wird die Sache zum guten Ende führen», sagt der Psalm. Es fällt auf, wie offen dieses Vertrauen in Psalm 57 formuliert ist. Wie das gute Ende aussehen wird, das überlässt der Beter ganz Gott. Er macht keine Vorschläge und erteilt Gott erst recht nicht genau definierte Aufträge. Und darin ist er – so scheint mir – vielen unserer Gebete weit voraus. Wir sagen, dass man konkret beten müsse. Und dann packen wir unsere Wünsche und Vorstellungen in detaillierte Gebete, die Gott schon fast vorschreiben, wie er handeln bzw. was er gut finden müsse. Schließlich wissen wir ja ziemlich genau, was am Schluss herauskommen muss, wenn wir es dann auch gut finden sollen. – Oder geht es Ihnen nicht so? Dann sind Sie schon weiter als ich. Ich ertappe mich nämlich ab und zu dabei, wie ich versuche, Gott im Gebet Vorschriften zu machen. Zwar weiss ich schon, dass Jesus uns beten lehrte: ‚Dein Wille geschehe!‘ Aber das nachsprechen ist das eine. Darauf zu vertrauen, dass sein Wille besser ist für mich als meine eigenen Ideen und Vorstellungen, das ist etwas ganz anderes. Ich buchstabiere immer wieder an meinem Gottvertrauen und hoffe, mit den Worten aus Psalm 57,3 aus voller Überzeugung beten zu lernen: „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.“ Oder eben: Alles wird gut, weil Gott meine Sache in seinen Händen hat.
 


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