/ Wort zum Tag

Lukas 12,32

Bibelvers

„Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben“

Lukas 12,32

Es war 1987, in der  Zeit des Kalten Krieges - auch zwischen den beiden deutschen Staaten, der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR. Die Lage wurde zunehmend kritisch und das Verhältnis der Kirchen und Gemeinden zwischen Ost und West angespannt. Ich war als Kurier unserer Ev.-luth. Kirche in Oldenburg mitbeauftragt, Nachrichten und kleine notwendige Hilfslieferungen an unsere Partnerkirche und Partnergemeinde zu überbringen. Heute ist diese Zeit schon fast vergessen. Damals aber war jedes Treffen in Ostberlin ein Abenteuer. Ängste haben wir ausgestanden. Ein kleiner Kreis von Amtsgeschwistern wagte sich getrennt von einander über die Grenzübergangsstelle „Bahnhof Friedrichstraße“. Und dann trafen wir uns „drüben“, wie wir sagten, -  im Diakonissenmutterhaus Henriettenstift. Welch eine Freude, uns hier zu begegnen und uns auszutauschen. Heute selbstverständlich, aber in den Jahren ein ganz besonderes und kostbares Geschenk. Noch heute bin ich dankbar für diese besonderen Stunden, in denen wir bei einem Gebetskreis zu Gast waren. Ich erinnere mich noch an eine Andacht genau über Lukas 12, Vers 32: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben“.

Wir fühlten uns wirklich als „kleine Herde“, bedroht von allen Seiten. So mag es dem Diener des Propheten Elisa ergangen sein, der voller Angst nur sah, dass ihre Stadt Dotan von feindlichen Rossen und Wagen umstellt war, bis Gott ihm die Augen öffnete für seine Übermacht, für seine Möglichkeiten. Elisa konnte ihm sagen: „Fürchte dich nicht“. So auch bei unserer Zusammenkunft: Wir waren voller Sorgen um unser geheimnisvolles Treffen, um unsere Gemeinden und, wie es weitergehen würde. Und da hinein hörten wir obigen Text mit den unmittelbar vorhergehenden Worten Jesu: „Sorget nicht!“. Seht die Vögel in den Bäumen, die Lilien auf dem Feld oder euer eigenes Leben! Seht und entdeckt, wie euer himmlischer Vater euch umsorgt!

Für uns war es in dieser Situation wichtig, zu sehen und  zu lernen, wie viel Gutes durch Gottes Möglichkeiten auch zwischen uns gestaltet werden konnte. Das ließ uns dankbar sein und Gott loben.

Dietrich Bonhoeffer konnte sagen: Als Christen dürfen wir unsere Sorgen loslassen und Gottes Verheißungen festhalten.

Was für ein mutmachendes Wort auch für heute! Wir sind in allen Ängsten und Sorgen von Jesus getragen und umsorgt. Wir Christen dürfen sogar alle unsere Sorgen auf ihn werfen, um uns wirklich von ihnen zu trennen, sie total loszuwerden. Und dann ist da noch eine Zusage im Bibelvers: „Es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben“.

„Auf, auf, ihr Reichsgenossen...du teilest reichlich aus...“ heißt es in einem Gesangbuchvers. Ist das nicht wunderbar tröstend? Als Kinder Gottes haben wir Teil an dem großen Reichtum des Reiches Gottes, an seinen Gaben, die Jesus uns schenkt: Seine Liebe, Seine Vergebung und die Freude auf das ewige Leben.

Also: Lassen wir uns beschenken durch Jesu Wort! Der kleine Gebetskreis in Ostberlin erlebte 1989 die friedliche Revolution der Freiheit. Gott schenke Ihnen für heute die freimachende Botschaft des Evangeliums! „Fürchte dich nicht!“

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