/ Wort zum Tag

Jesaja 53,3

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.

Jesaja 53,3

Wir leben in einer Zeit, in der es sehr darauf ankommt, etwas aus sich zu machen. Wir müssen eine gute Figur abgeben, wenn wir uns bewerben. Viele haben gelernt, sich zu präsentieren und ins richtige Licht zu rücken. Manches Mal stellen sie dann aber fest: Der Schein trügt. Das Bild hat ja dunkle Stellen, die nur notdürftig überpinselt wurden. Kurz: Hier ist mehr Schein als Sein.

Für unseren Bibelvers gilt genau das Gegenteil. Jesaja schreibt in seinem Lied über den leidenden Gottesknecht: „Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.“

Darum haben wir ihn für nichts geachtet. Der Äußere Anblick dieses Menschen, von dem Jesaja singt, der ist so schlimm, dass als Reaktion auf ihn nur Verachtung möglich ist. Hinter diesem Angesicht kann sich nichts Gutes verbergen, so die allgemeine Meinung. Aber Jesaja schreibt weiter über diesen unansehnlichen und deshalb verachteten Menschen: „...Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen... Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihn, damit wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Der Schein trügt, denn hier ist mehr Sein als Schein. Wen Jesaja damals konkret vor Augen hatte, das wissen wir nicht. Aber auf wen seine Schilderung bestimmt zutrifft können die Menschen 550 Jahre später erkennen.

Jesus ist als der Knecht Gottes verachtet, geschlagen und ohne Ansehen jämmerlich am Kreuz gestorben. Ein schöner Anblick war das nicht. Eigentlich nicht zum Hinschauen. Für die meisten war Jesu Tod das Ende seiner Mission. Aber der Schein täuschte. Er täuschte sogar die, die Jesus ganz nahe standen. Erst zu Ostern haben sie langsam begriffen, das bei Jesus mehr Sein als Schein ist. Sie haben begriffen, dass der Blick auf das äußere Bild und Geschehen sie daran gehindert hat auf das zu vertrauen was Jesus ihnen zugesagt hatte.

Wir leben in einer Zeit, in der die äußeren Erscheinungen und Fassaden eine große Bedeutung haben. Wie schnell lassen wir uns von ihnen gefangen nehmen, blenden und in die Irre führen. Der Schein trügt nicht selten und wenn wir hinter die Fassade schauen sind wir erstaunt, oder wenden uns gar enttäuscht ab. Und auch wir selbst sind in der Gefahr anderen etwas vorzumachen, was nicht der Wahrheit entspricht. Erfreulich ist es nicht, wenn andere dann von uns sagen: Mehr Schein als Sein.

Jesus hat uns mit seinem Leben und mit seinen Worten nichts vorgemacht. Wir können dem vertrauen was er für uns getan hat. Und deshalb können und brauchen wir ihm nichts vorzumachen. Er kennt uns und er liebt uns so, wie wir sind. Auch unsere dunklen Stellen brauchen wir vor ihm nicht zu verbergen. Wir können sie ihm bekennen. Er will uns vergeben, dafür hat er sich verachten und ans Kreuz schlagen lassen. Und deshalb haben wir es auch nicht nötig uns gegenseitig etwas vorzumachen. Das ist eine sehr entlastende Botschaft in einer Zeit, in der oft der Schein mehr gilt als das Sein.


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