/ Wort zum Tag

Offenbarung 15,4

Bibelvers

"Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig!“

Offenbarung 15,4

In der Offenbarung des Johannes im 15. Kapitel, Vers 4 heißt es: „Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig!“

Diese Aussage kann man nur dann verstehen, wenn man weiß, was hier voraus geht. Der Seher Johannes schreibt: „Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker.“

Dem Seher Johannes wird die Vollendung der Welt und Heilsgeschichte in Zukunfts­bildern gezeigt. Alle Völker werden kommen und vor Gott anbeten. An dem Tag, von dem der christliche Liederdichter sagt: „Drum kann nicht Ruhe werden bis deine Liebe (Gottes Liebe ist gemeint) siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt.“

Johannes hat das gesehen. Inmitten seiner Schau der letzten Gerichte Gottes über die arge Welt, tut sich ihm der Himmel auf.

Vor dem Auge des Johannes steht der Chor der Erlösten. Sie singen das Lied Moses und das Lied des Lammes. Das Lied des Moses ist das Siegeslied von der Rechten Gottes, die den Sieg behält über die ägyptische Weltmacht. Und das Lied vom Lamm besagt, dass Jesus Christus mit seinem Tod am Kreuz von Golgatha uns von unserer Schuld erlöst hat. Damit loben die Erlösten Gottes Wege. Nicht sich selbst, nicht ihre Treue, nicht ihr Opfer, nicht ihren Sieg. Das wäre nicht mehr das Lied Jesu. Auch nicht das Lied des Mose. Das wäre kein Lied, das am himm­lischen Ort gesungen werden kann. Nein, die Erlösten geben damit Gott die Ehre für seine mächtigen Taten.

Die einst verschmachteten Christen, die Verbrannten und Verstummten loben Gott trotz allem, was sie erlebten.

So wie es der Theologe Karl Barth gesagt hat: „Wie die Benediktiner Mönche in Maria Laach fortfahren, ihre Horen zu singen, so habe die Theologie bei ihrem Thema zu bleiben und die Kirche bei ihrem Auftrag, nämlich Gott zu loben.“

Das aber können die erlösten Christen. Sie können es nur, weil Gott ihnen anstelle ihrer zerbrochenen Harfen, wenn ich es mal so ausdrücken darf, neue in die Hand gedrückt hat, anstelle ihres verstummten Lobes, ein neues Lied geschenkt hat. Sie stehen vor Gott und singen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr.

Und dieser Weltenherrscher hat seine eigenen Wege.

Wenn Gott richtet, wird die Gerechtigkeit seiner Urteile deutlich. Offenbar die Schuld derer, die sich gegen ihn gestellt haben. Offenbar aber auch die heilsame Gnade, mit der er durch alle seine Gerichte die Vollendung der Menschheit schafft. Vollendet sind die, die sich unter Einsatz ihres Lebens geweigert haben, „das Tier und sein Bild“ anzubeten. Mit dem Tier und dem Bild sind die Gegner von Jesus Christus gemeint. Für die Erlösten gibt es keinerlei Zweifel darüber, dass Gott im Recht ist. Auch wenn er über seine Gegner richtet. Viele halten es heute nur noch mit dem lieben Gott und haben den Gott, den man „fürchten“ und dem man „gehorchen“ soll, vergessen oder verdrängt. Aber wenn Gott wirklich der Herr ist, der uns am Leben erhält, dann steht ihm zu, was Martin Luther mit den Worten ausgedrückt hat: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“ Gottes Furcht und Gottvertrauen sind die beiden Seiten derselben Medaille. Darum ergibt sich aus der Betrachtung der Taten Gottes nur der Ausruf: „Wer sollte dich nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen?“ Dafür schließt sich die Begründung an: „Denn du allein bist heilig.“

Aber Johannes sieht auch noch etwas anderes, hört auch noch etwas anderes. Im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik. Am Rande der großen Völkerwelt stehen die Christen und singen Dank und Loblieder. Davon darf ich mich anstecken lassen. Ich kenne oft nur das alte Lied der Angst und der Sorge. Doch nun wird mir gesagt, dass im Himmel schon längst ein neues Lied angestimmt worden ist. Es ist das Lied des Lammes. Das heißt: Gott rettet jeden, der sich von Jesus retten lässt. Und es ist das Lied der Vollendeten: Gott schafft seine neue Welt. Dieses neue Lied ist voller Verheißungen für meinen Alltag. Es fragt mich: Wenn du Ehrfurcht vor Gott hast, brauchst du dann noch andere Menschen und Mächte zu fürchten?

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