/ Wort zum Tag

Psalm 5,13

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde."

Psalm 5,13

„Faszinierend“, denke ich, so in den Tag zu gehen, wie der Dichter von Psalm fünf. Ich ertappe mich bei der Frage, wie die Menschen um mich herum wohl in den neuen Tag gehen. Doch schon verwerfe ich den Gedanken. Mir ist klar, dass die Frage: „Wie gehe ich in den neuen Tag?“, für mich viel nahe liegender ist.
Ein Morgengebet steht beim Psalmbeter am Tagesbeginn und er beendet es mit den eben gehörten Worten: „Du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.“
  
Da geht einer in den neuen Tag. Lebt er alleine, hat er eine große Familie? Ich weiß das nicht. Doch der Psalm verrät, dass er nicht alleine geht. Dieser Mensch ist überzeugt: Der HERR im Himmel geht mit. Er segnet und dort, wo sein Segen ist kann der HERR nicht weit sein. Der alte Choral: „Gott ist gegenwärtig…“ fällt mir ein. Ja, der passt zu dem Beter. Mit diesem Vertrauen geht er in den Tag, lebt er. Faszinierend!  
         
Und als würde das nicht reichen setzt er noch einen oben drauf. Er erfährt nicht nur Gnade, sondern er wird mit ihr regelrecht gekrönt. Er trägt die Gnade Gottes als Krone. Wenn ich Ihnen sage: „Malen Sie bitte einmal einen König!“ Sie würden ihn bestimmt mit Krone malen. Der König ist an der Krone zu erkennen. Als König in den Tag gehen, ich staune. Als König in den Tag zu gehen, was heißt das? Ein König hat Macht. Er muss die Anderen nicht fürchten. Er ist frei, frei Entscheidungen zu treffen. Noch ein biblisches Zitat kommt mir in den Sinn: „Wer Gott fürchtet braucht sich vor Menschen nicht mehr zu fürchten.“
  
Meine Faszination wird noch stärker. Wer ist Gott für den Psalmsänger? Er muss ihn nicht für sich zu gewinnen suchen. Er muss ihn nicht überreden, nicht überzeugen.  „Gottes Herz schlägt für mich“, darauf vertraut er. Gott ist mir gegenüber nicht neutral, gar skeptisch eingestellt. Schon vor dem ersten Sonnenlicht ist er auf der Seite des Beters. Das ist wie bei Eltern; die sind lange bevor das Kind den ersten Satz sprechen kann schon auf seiner Seite.

In mir steigt Skepsis auf. Gilt die Zusage des Bibelverses nur für Menschen, die gerecht sind? Gilt sie für makellose, vollkommene Menschen? Weg mit diesen Gedanken! In der Bibel ist der gerechte Mensch nie der Perfekte. Es ist der Mensch, der die Beziehung zu Gott sucht. Diesen Menschen sagt das Neue Testament zu, dass Sie durch Jesus Christus an Gottes Gnade teilhaben.
Welchen Anforderungen werde ich heute ausgesetzt? Ich weiß es nicht. Doch der Bibelvers lässt mich als Gesegneten in den Tag gehen. Da wird, im Bild gesprochen, der rote Teppich, durch den Tag hindurch, vor mir ausgerollt.
Ein kleines Gebet spreche ich: „HERR, lass mich heute auf deinem Teppich bleiben.“
Da ist sein Segen, seine Gnade, sein Schutz. Der Tag kann kommen!


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