/ Wort zum Tag

Jeremia 8,9

Bibelvers

„Weise werden zuschanden, werden von Schrecken erfüllt und gefangen. Sieh, das Wort des HERRN haben sie verachtet. Und welche Weisheit ist ihnen geblieben?“

Jeremia 8,9

Ich knüpfe an das an, was ich gestern berichtet habe: Im kleinen Land Osttimor ganz im Osten des indonesischen Inselarchipels erlebten meine Frau und ich einen Nachmittag, der von Mitarbeiterinnen der Organisation „Weltweiter Einsatz für Christus“ für Kinder aus der Hauptstadt Dili veranstaltet wurde. Sie erzählten den Kindern die Geschichte von Daniel in der Löwengrube. Die jungen Zuhörer waren voll und ganz dabei. Sogar das Schubsen und Rangeln liessen sie während der Geschichte bleiben.

Wir erlebten nur einen Nachmittag aus einer langen Reihe von Kinderstunden. Die Kinder lernen beim Zuhören entscheidende Inhalte der Bibel kennen. Ich bin überzeugt, dass dabei vieles von der Frohen Botschaft bis tief in ihre Seele eindringt und sie im positiven Sinne verändert.

Das war ganz anders bei gewissen Professoren, denen ich während meines Theologiestudiums begegnet bin. Einer von ihnen sprach während seiner Vorlesungen viel über die Auferstehung von Jesus. Es dauerte beinahe bis ans Ende des Semesters, bis ich dahinter kam, dass er darunter etwas ganz Anderes verstand als ich: Für ihn war Jesus nicht wirklich von den Toten auferstanden. Für ihn lebte Jesus nur in den Worten derer weiter, die auch nach seinem Tod noch von ihm sprechen. Rückblickend muss ich sagen: Da hat einer das Herz des Glaubens an unseren Herrn herausgerissen. Warum? Er ging von der Überzeugung aus, dass Tote unmöglich wieder lebendig werden können. Also musste er die Botschaft von der Auferstehung Jesu uminterpretieren, auch wenn sie im Neuen Testament als Tatsache berichtet wird. Schließsslich kann nicht sein, was nicht sein darf.

Da ist einem zweifellos hochintelligenten Mann seine Menschenweisheit in die Quere gekommen. Die heutige Tageslosung ist ein Gerichtswort für Menschen, die ihren Verstand zur höchsten Instanz erklären und über Gott zu Gericht sitzen. Wenn mein Verstand zu einem biblischen Bericht nein sagt, dann ist dieser Widerstand nicht von Gott gewirkt; er ist Ausdruck meiner Denkweise. „Das Wort des HERRN haben sie verachtet. Und welche Weisheit ist ihnen geblieben?“ wird im Tagestext gefragt. Ja, welche Weisheit bleibt ihnen? Wohl die Menschenweisheit, aber nicht die göttliche Weisheit.

Echte, tragende Weisheit finden wir nur in der entschiedenen Rückbindung an Gott. Im Alten Testament spielt die Weisheit eine ähnliche Rolle wie im Neuen Testament der Heilige Geist. Ob wir weise sind, entscheidet sich nicht im Kopf, sondern in der Art, wie wir unser Leben gestalten.

Im 5. Buch Mose lesen wir: „Josua … war erfüllt vom Geist der Weisheit, denn Mose hatte ihm die Hände aufgelegt. Und die Israeliten hörten auf ihn und taten, was der HERR dem Mose geboten hatte.“ (Deuteronomium 34,9) Durch das Auflegen der Hände übergab Mose seinen Nachfolger Josua dem Gott Israels. Und die Israeliten hörten nicht nur auf Mose, sie taten auch, was die Gebote Gottes von ihnen verlangten.

Ich bin überzeugt, dass die Kinder Osttimors, die auf Gott hören, aber auch andere Menschen, die im Urteil der Welt nicht besonders überragend dastehen, in Wirklichkeit weiser sind als Menschen, die sich auch sich selbst heraus weise und gescheit fühlen.

Wenn Sie sich heute von Gott, seiner Weisheit und seinem Geist leiten lassen wollen, dann sind Sie echt weise.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren