/ Wort zum Tag

Psalm 146,4

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne."

Psalm 146,4

Heute ist der letzte Tag im Kirchenjahr. Morgen am 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Wie schnell doch die Zeit vergeht, werden viele denken. Wie ein Kirchenjahr vergeht, so vergehen auch unsere Lebensjahre. Unser Leben ist begrenzt. Es wird einmal ein Ende haben. Der Beter unseres Psalms drückt das so aus: „Des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden.“ Jeder Tag, der zu Ende geht, ist ein kleines Sterben. Ein Tag wird der letzte sein. Dann werden unsere Pläne und Vorhaben zunichtewerden. Die Buchung eines Hotels für ein freies Wochenende muss storniert werden. Der Arbeitsauftrag kann nicht mehr ausgeführt werden. Die seit Wochen vorbereitete Geburtstagsfeier muss abgesagt werden. Das erinnert mich an ein Gleichnis, das Jesus einmal erzählte:
Ein reicher Kornbauer steht vor einer Jahrhunderternte. Die Ernte übersteigt bei weitem die Kapazität seiner Scheune. „Was soll ich tun?“, fragt sich der Bauer. „Ich sehe nur eine Möglichkeit: Die alte Scheune reiße ich ab und baue mir einige neue, größere und modernere Getreidesilos“. Voller Eifer grübelt er über Konstruktionspläne, verwirft die alten und entwirft neue. Diese Pläne durchkreuzt Gott wie aus heiterem Himmel. „Heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern“, beschließt Gott. In dieser Nacht steht der eifrige Kornbauer auf dem Terminkalender Gottes. Dann wird seine letzte Stunde schlagen. Und was wird aus seinen Plänen? „Dann sind verloren alle seine Pläne“, drückt es das Psalmwort für den heutigen Tag aus.
 Das kann uns genauso gehen, dass wir das nicht zu Ende führen können, was wir uns für morgen oder für die fernere Zukunft vorgenommen haben. Wenn uns das bewusst ist, wie vergänglich unser Leben und Planen ist, dann sollten wir klug handeln. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Ps. 90, 12), empfiehlt ein anderer Psalm. Wie verhalten wir uns klug, wenn wir wissen, dass wir eines Tages sterben werden? Klug ist, wer Gott bei seinem Planen nicht vergisst. Klug ist, wer seine Hoffnung auf Gott setzt. Klug ist, „wer nach droben trachtet, nicht nach dem, was auf Erden ist“ (Lehrtext aus Kol. 3, 2). Antwort gibt der nachfolgende Vers unseres heutigen Losungswortes: „Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Israels ist, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, seinen Gott.“ Auf Gott sollen wir schauen, nicht auf unser vergängliches Leben. Unseren Blick sollen wir erheben, nicht in den Sand stecken und resignieren. Auf das Kreuz sollen unsere Augen gerichtet sein. Dort sehen wir die Hilfe Gottes in Person. Das Kreuz ist das Siegeszeichen über den Tod. Jesus lässt nicht zu, dass der Tod das letzte Wort hat. An Ostern hat er den Tod besiegt. Nach drei Tagen im Grab musste der Tod den Sohn Gottes frei geben. Der himmlische Vater hat seinen Sohn auferweckt. Er ist der Erste, der dem Grab entkommen ist. Wir dürfen ihm folgen. Wer der Macht von Jesus vertraut, den wird Gott auferwecken. „Wer an mich glaubt“, sagt Jesus, „der wird leben, auch wenn er stirbt“. Dieses Wort gleicht einem Kerzenlicht, das in einen finsteren Raum fällt und ihn allmählich verwandelt.
Jesus als das Licht der Welt werden wir morgen feiern, wenn wir die erste Kerze am Adventskranz anzünden. Das alte Kirchenjahr wird vergehen. Ein neues Jahr wird anbrechen. So wird unser Leben vergehen. Aber Gott wird etwas Neues schaffen. Diese Hoffnung begleite Sie am letzten Tag im Kirchenjahr.
 


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