/ Wort zum Tag

Sprüche 3,5-6

Bibelvers

"„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“

Sprüche 3,5-6

Wieder einmal gibt es bei einem Ehepaar Streit. "Reize mich nicht länger, sonst verliere ich noch meinen Verstand", schreit der Mann. - "Das wäre allerdings schlimm,“ erwidert die Frau, „denn so winzige Dinge sind schwer wiederzufinden!"

In unserem Bibelvers wird ebenfalls der Verstand angesprochen. Vielleicht mit einer ähnlichen Betonung wie in diesem Ehestreit mit der humorvollen Wendung. Genaugenommen geht es um einen Appell des weisen Salomos:

„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“

Ganz schnell taucht da die Frage auf: Muss ich also doch meinen Verstand an der Garderobe abgeben? - Nein, das meint es natürlich nicht. In der Bibel wird sehr oft davon gesprochen, dass wir nachdenken sollen, Rat einholen dürfen, Kosten überschlagen müssen.

Sich auf Gott zu verlassen ist aber da angesagt, wo wir an unsere Grenzen kommen, wo wir uns mehr auf uns verlassen als auf Gott. Wo wir uns verlassen fühlen! Gerade da dürfen wir Gott alles zutrauen. Und auch dann, wenn  – wie der Volksmund es ausdrückt - wir von allen guten Geistern verlassen sind; ist es da nicht ermutigend, dass wir uns auf den Herrn verlassen dürfen? Dass er uns mit seinem guten Geist führt?

Verlass dich auf den Herrn. Überwältigt von der - menschlich gesehen - unmöglichen Rettung des Daniel aus der Löwengrube befiehlt der große König Darius (Daniel 6,27f): „Alle Bürger meines Reiches sollen diesen Gott Daniels fürchten. Denn er ist der lebendige Gott.“
„Was für ein Gott!“ müssen Darius, Daniel und seine Feinde gedacht haben. „Was für ein Gott!“ muss Israel oft staunend ausgerufen haben. Er führt durch die Wüste. Er befreit uns von den Feinden. Er versorgt uns. Nichts ist ihm unmöglich!

Und wir, wie denken wir über ihn? „Wir haben Gott klein gemacht“, bekennt es Johannes Hansen einmal. Beispielhaft führt er an: „Unsere Gehirne begrenzen sein Maß. Unsere engen Herzen sperren ihn aus. Unsere Gebete schreiben ihm Benehmen vor. Wir haben Gott klein gemacht.“

Wie klein ist Ihnen dieser Gott geworden? Welche Nebenrolle spielt er in Ihrem Leben? Gott sei es gedankt, wenn er die Hauptrolle übernehmen darf! Denn auf ihn ist Verlass!

„Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen“, sagte Petrus einmal (Lk.5,5), als er mit seiner Fischerweisheit am Ende ist. Wie gut, wenn wir Gott Großes zutrauen. Und nicht unseren Verstand überbewerten. Etwas ironisch nimmt der Philosoph Descartes einmal solches Denken auf den Arm: „Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand“, sagt er. „Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“

Wer Gott in sein Denken mit einbezieht, wer mit ihm rechnet auf allen Lebensebenen, der verrechnet sich nicht. Den wird er recht führen. Der erlebt Großes und macht  grenzüberschreitende Erfahrungen. Ohne das sind wir arm und arm dran.

Das macht ein Gespräch deutlich, mit dem ich schließe: Da war ein Mann, der die Existenz alles Übernatürlichen ablehnte.
„Sie glauben also an gar nichts?" fragte ihn der Gesprächspartner.
„Ich glaube nur an das, was ich mit meinem Verstand begreifen kann."
Sein Gegenüber zuckte die Achseln und sagte:
„Nun ja, das kommt letzten Endes auf das Gleiche heraus.“

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