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Hebräer 4,14

Bibelvers

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.

Hebräer 4,14

In der Geschichte wird mancher König oder Kaiser als groß bezeichnet. Damit soll ihre außergewöhnliche Leistung gewürdigt werden. So auch Kaiser Karl der Große. Er lebte von 747 bis 814. Während seiner Regierungszeit errichtete er ein riesiges Reich und verhalf vor allem dem Christentum zum Durchbruch. Karl der Große wird deshalb nicht selten als der erste Europäer bezeichnet. Und die Historiker sind sich einig: Die Christianisierung war Grundstein für die Einigung Europas.

Im heutigen Bibeltext wird auch von einem Großen gesprochen, von einem großen Hohenpriester. Jesus, der Sohn Gottes ist dieser Hohenpriester. Und er baut sein Reich und wird zur richtigen Zeit dem Christentum zum endgültigen Durchbruch verhelfen.

Beide, der Verfasser des Briefes an die Hebräer und die gläubig gewordenen Juden als Leser kannten sich im Alten Testament aus. Für sie waren Begriffe wie Priester, Hohenpriester, Opfer und Altar keine fremden Vokabeln. Sie wussten: Priester standen im Alten Testament als Mittler zwischen Gott und Menschen. Priester hatten mit den von Gott vorgeschriebenen Opfern zu tun.

Die Leitung der Gottesdienste in der Stiftshütte und später in den verschiedenen Tempeln war Aufgabe eines Hohenpriesters. Es gab immer nur einen und das Amt wurde durch Erbfolge weitergegeben. Die Aufgaben des Hohenpriesters waren ganz besondere. So musste er zum Beispiel einmal im Jahr den großen Versöhnungstag zelebrieren. Da trat er ganz allein Gott gegenüber und man wusste nie, ob er das auch überlebte. Am großen Versöhnungstag ging es um das Vergeben der Sünden. Unter anderem wurde dabei ein Sündenbock in die Wüste geschickt, symbolisch beladen mit den Sünden des Volkes Israel.

Der Verfasser des Hebräerbriefes vergleicht Jesus, den Sohn Gottes, mit dem Hohenpriester des Alten Testaments. Und er tut das, um die Größe von Jesus Christus hervorzuheben. Denn die Leser des Briefes standen in einer großen Gefahr. Vielleicht wurden sie massiv verfolgt. Oder von den Familien ausgestoßen. Da überlegten viele, wieder umzukehren. Um einfach Ruhe zu haben, denn schließlich waren die jüdischen Rituale ja doch nichts Böses.

Der Verfasser des Briefes vergleicht alt und neu. Dabei sagt er, dass die alten Rituale zwar nicht böse sind, aber durch Jesus Christus überholt. Etwas viel besseres, etwas vollkommenes, hat das alte abgelöst. Musste zum Beispiel der große Versöhnungstag jährlich wiederholt werden, so reicht der Opfertod von Jesus Christus ewig für die Vergebung der Sünden aus.

Jeder Hohenpriester im Alten Testament ist gestorben. Auch Jesus musste sterben. Am Kreuz, beladen mit unseren Sünden. Aber er ist auferstanden, er lebt. Er ist durch die Himmel gegangen bis in die herrliche Gegenwart Gottes.
Ich denke, der Hohenpriester im Alten Testament war anerkannt und wurde sehr geachtet. Hing doch schließlich die Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel davon ab, ob der Hohenpriester peinlich genau seinen Dienst erfüllte.
Der Verfasser des Hebräerbriefes möchte diese Wertschätzung auf Jesus Christus übertragen wissen. Denn Jesus ist immerhin der Sohn Gottes. Und deshalb wird er in diesem Text der große Hohenpriester genannt.

Der Verfasser des Briefes stellt mit Jesus Christus immer das Bessere vor. Und er tut das mit einem klaren Ziel: Die Leser sollen an ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus festhalten. Ich denke, dieser Appell passt auch in die heutige Zeit mit ihren unzähligen Religionen, Ideologien und neuen Orientierungen. Auch wir Christen sollen an unserem Bekenntnis festhalten. Denn schließlich ist Jesus allein der Weg, die Wahrheit und das Leben.

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