/ Wort zum Tag

Lukas 23,43

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Jesus sprach zu dem Übeltäter: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Lukas 23,43

Eine gespenstische Szene, dort auf dem Hügel vor der Stadt, der den Namen Golgatha trägt. Drei Männer werden öffentlich hingerichtet. In der brütend heißen Mittagssonne werden sie an ihre Kreuze genagelt. Scharen von Schaulustigen sind gekommen. Die meisten hatten ihn noch vor wenigen Tagen als Messias gefeiert, mit Halleluja-Rufen ihm begeistert zugejubelt. Doch mittlerweile war die Euphorie ins Gegenteil umgeschlagen. Nun hieß es: „Kreuzige ihn!“ Und jetzt genießen sie spottend seine offensichtliche Hilflosigkeit. Doch einer  einer der beiden Mitgekreuzigten wendet sich an jenen Mann in der Mitte. „Was wusste der denn schon von diesem Jesus?“,

Hatte er vielleicht von seinen Wundertaten gehört? Wohl kaum. Er kannte ja nur den leidenden Jesus. Was er von ihm gesehen hatte, waren der Spott und die Verachtung durch die Vielen da unter dem Kreuz, war das schweigende Ertragen der gegen ihn erhobenen Anklagen. Aber dann – das hatte er sehr bewusst aufgenommen, dann hatte dieser Jesus so ganz anders reagiert als es üblich, wohl auch selbstverständlich gewesen wäre. „Vater!“, so hatte er Gott sehr persönlich angeredet, „Vater, vergib Ihnen; denn sie wissen ja nicht, was sie tun.“ Kein Wort des Hasses oder der Empörung war über seine Lippen gekommen, kein Wort der Enttäuschungoder gar der Anklage.

„Wie kann dieser für die beten, die ihn auspeitschen, quälen und verhöhnen? Für die , die ihn so offensichtlich hassen?“, mag sich jener Verbrecher gefragt haben, der wohl selbst nicht wusste, was ihm geschah. Er erkennt urplötzlich für sich den Zusammenhang von Schuld und Strafe und gleichzeitig die Unschuld seines Gegenübers. „Wir empfangen, was unsere Taten verdienen“, sagt er zu seinem mitgekreuzigten Kumpel. Und er fährt fort:“ Dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Wie Schuppen fällt es ihm von den Augen:“ Dass ich hier sterben muss, das hab ich mir selbst eingebrockt.“ Und gleichzeitig äußert er seinen einzig verbleibenden Wunsch:

„Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“wendet er sich an Jesus, bekennt ihn als der, der er ist. Er , der einzige Verteidiger dessen, der dort am Kreuz hängt. Doch dann die unglaubliche Antwort: `Jesus aber sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Eine in der Tat eigentlich fast unerhörte Zusage erhält dieser Schwerstverbrecher in einem einzigen Augenblick.

Für mich ist das Paradies der Inbegriff des Angenehmen und Schönen. Aber in einer solchen Umgebung, auf einem Hügel, der den Namen `Schädelstätte` trägt, wo nur die Qual und die Schande herrschen, kann dort vom Paradies gesprochen werden? Paradies ist in erster Linie und vor allem die ungebrochene Gemeinschaft mit eben diesem Jesus, dem Gekreuzigten, dem Sohn Gottes. Eine ungestörte, durch niemand und nichts zu beeinträchtigende Gemeinschaft mit ihm, das ist der Himmel.

Hier am Kreuz wagt einer völlig unverhofft Glauben, ergreift seine eigentlich nicht vorhandene Chance und hört das Wort Jesu:“ Heute noch, du, mit mir im Paradies!“ Keine Wartezeit im Grab, kein Prozess, der zunächst `mal klären müsste, ob solcher Glaube ausreicht, die ohne Zweifel vorhandene Schuld aufzuwiegen. Sie möchten vielleicht rufen:“ Halt, nicht so schnell! So einfach kommt doch ein Verbrecher nicht ins Paradies! Kein Abbüßen der Schuld? Keine Wiedergutmachung?“ Tun Sie es nicht. Vielleicht ist es ja auch Ihre Chance.

Deshalb stirbt dieser Jesus am Kreuz, um meine Schuld zu tragen. Das ist im Tiefsten das, was Sündenvergebung meint. Sie macht nicht nur reinen Tisch, so dass ich entlastet  aufatme und befreit weiterlebe. Nein, sie schenkt mir bleibende Gemeinschaft mit diesem Jesus und öffnet mir das Paradies. Von diesem Wort lebe ich, dass der Gekreuzigte und Auferstandene auch zu mir einmal sagt: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein


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