/ Wort zum Tag

Lukas 18,7

Bibelvers

Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s bei ihnen lange hinziehen?

Lukas 18,7

Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er´s bei ihnen lange hinziehen?


Über die Beispielgeschichten, die Jesus erzählte, muss man sich manchmal schon wundern.
Das Wort für heute ist Jesu Zusammenfassung von einer Szene, die einfach nur fremd wirken muss: Eine Witwe und ein Richter.
Der Richter wird von Jesus beschrieben, wie sie wohl häufiger zu der Zeit anzutreffen waren: Weniger dem Gesetz als nur sich selbst und dem eigenen Wohlergehen verpflichtet.
Auf der anderen Seite diese Witwe, die nichts mehr zu verlieren hatte. Mit ihrer unverschämten Drängelei kocht sie schließlich den Richter weich. Der reagiert bloß darum, weil ihm diese Witwe so heftig auf die Nerven geht.
Diese Szene soll ein Beispiel sein für unser Beten? Das kann doch wohl kaum sein, dass Jesus hier dazu ermutigt, den Vater im Himmel dermaßen zu bedrängen.
Und Jesus will uns wohl auch kaum den Vater vorstellen als einen, den schlussendlich nur reagiert, weil wir ihn derart nerven.


Nein! Ums Drängeln im Gebet – den Vater mit unseren Bitten weich kochen – darum geht es hier absolut nicht.
Jesus ermutigt jedoch zum Glauben. Zu einem Glauben, der nicht aufgibt, der einen langen Atem hat.
Im Internet-Zeitalter werden wir immer mehr geprägt, dass alles sofort geht. Heute per Klick bestellt – morgen schon an die Haustür geliefert. Einmal geklickt – und die gesuchte Information erscheint auf dem Bildschirm. Schnell eine e-Mail geschrieben. Was war das doch umständlich und dauerte elend lang, einen Brief zu schreiben, zur Post zu bringen und auf Antwort zu warten. Dieses Lebensgefühl wirkt sich, ob wir wollen oder nicht, auf unseren Umgang mit dem Gebet aus. Bleiben wir wirklich dran, weil wir Glauben haben?


Glauben, der ein Vertrauen ist darauf, dass der Vater im Himmel sein Wort einlöst. Dass er unser Anliegen hört und es nicht an seinem Herzen vorbei geht, selbst wenn wir schon 10 x gebetet haben.
Denken wir an Abraham. Ihm wurde ein Nachkomme verheißen. Auf dies große Versprechen Gottes hin machte er sich auf und zog in ein für ihn fremdes Land. Doch wie lange musste er noch warten, bis Gott sein Versprechen einlöste!
Abraham ist uns darin ähnlich, dass er den langen Atem des Vertrauens noch nicht hatte. Als es ihm zu lang wurde, versuchte er mit eigenen Mitteln zum Ziel zu kommen.
Oder da lesen wir im Alten Testament von Hanna. Jahr für Jahr brachte sie ihre Schmach der Kinderlosigkeit im Gebet vor Gott. Auch wenn es ihr immer weh tat, durch andere Frauen wegen ihrer Not gedemütigt zu werden, sie behielt den langen Atem.


Bis die Zeit für Gott da war zu helfen: Durch den Priester Eli empfing sie die Zusage Gottes, dass ihre Bitte erhört war.
Der Vater im Himmel hat stets den besseren Überblick über unser Leben. Trauen wir ihm doch zu, dass er die rechte Zeit schon weiß, zu helfen und zu heilen.
Jesus ermutigt, im Gebet dran zu bleiben, einen langen Atem zu haben. Denn der Vater kann!
Was immer die aktuelle Not, das aktuelle Anliegen auf deinem Herzen ist – Jesus fragt zuerst nach deinem Vertrauen, das nicht aufgibt, sondern sich in der Ausdauer übt.
Vertrauen ist doch recht besehen nur dann ein solches, wenn es endlos ist.
Darum ist vielleicht die angemessene Bitte zu Gott an diesem Tag, dass er Ihnen und mir zu diesem langen Atem im Gebet, zu diesem Vertrauen beisteht.
 

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