/ Wort zum Tag

Römer 8,38-39

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Römer 8,38-39

Die Journalistin Nina Pauer schrieb in einem Artikel über das Lebensgefühl der 20 bis 40 jährigen: „Das ist der Segen unserer Zeit: alles ist möglich. Und das ist der Fluch unserer Zeit: alles ist möglich“ Damit trifft sie den Nerv, auch meinen, auch wenn ich die 40 schon länger überschritten habe.
Ich kann heute zwischen 50 Marmeladen und 100 Telefonarten wählen. Ich muss nicht mehr zwingend den Beruf meines Vaters ergreifen und meine Frau habe ich auch selber gewählt. Man gaukelt mir vor, dass alles machbar sei: Gesundheit, jung bleiben, mein Schicksal bewältigen. Alles scheint  möglich. Die sogenannte Gendertheorie treibt es so weit, dass sie meint, wir könnten sogar unser Geschlecht wählen.
Spätestens hier wird klar: darin steckt auch ein Fluch. Alles ist möglich? Diese Vorgabe setzt unter Druck. Nina Pauer beschreibt dann auch ihre Generation als diejenige, die sich nicht entscheiden kann und unter dem Druck, sich selbst verwirklichen zu müssen kaputt geht. Die 1000 Möglichkeiten zu wählen bringen sie in eine Endlosschleife. Alles ist möglich, aber nichts wird Realität. Ein Fluch. So scheinen Beruf, Partnerwahl und feste Rahmenbedingungen in unerreichbare Weite zu rücken. Und alles ist ungewiss.
Ich lebe zwar anders als von Nina Pauer beschrieben, aber ich kenne das Lebensgefühl. Es ist eine Aneinanderreihung von Ungewissheiten.

Da klingt der Lehrtext des heutigen Tages wie ein befreiendes Signal. Ein Wort, das uns aus der Endlosschleife der Möglichkeiten reißt. Eine Gewissheit inmitten aller Ungewissheiten.

Ich bin gewiss, dass uns nichts trennen kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist.

Ich lese den Satz aus dem Römerbrief auf fast allen Beerdigungen. Denn eine Beerdigung erinnert uns an einen Spruch, den wir schon mal zum Besten geben: dass nämlich nichts so sicher sei wie der Tod. Ist das so?  Da könnte man meinen, er habe das letzte Wort. Dagegen setze ich diesen Satz wie ein Anker in stürmischer See, wie ein Fels in der Brandung:
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.


Gewisser als der Tod ist Gottes Liebe in Jesus. Zuverlässiger als Engel und Mächte und Gewalten ist die Liebe Gottes. Nichts, nicht das war in meiner Geschichte jemals geschah und nichts, was möglicherweise kommen kann, trennt mich von Gottes Liebe. Keine Höhen, keine Tiefen und kein Mensch und Tier kann mich trennen von Gott.
Alles ist möglich? Mag sein. Aber eins ist gewiss: die Liebe Gottes.


Das ist stark. Die Kräfte, die uns die Luft zum Atmen rauben und von Gott wegziehen wollen gibt es, aber es gibt eine größere Kraft: Jesus Christus. Meine Schuld tötet das Leben, aber es gibt eine größere Macht: die Vergebung durch Jesus Christus. Bitterkeit, böse Erfahrungen, die Angst vor ungewisser Zukunft all das trennt uns nicht von Gottes Liebe. Vielleicht sind sie krank. Oder sie machen sich Sorgen um die Kinder. Das alles ist möglich – aber gewiss ist, dass uns nichts trennen kann von Gottes Liebe.


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