/ Wort zum Tag

Psalm 60,13

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

In Psalm 60,13 heißt es: „Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.“

Ich dachte sofort, als ich diesen Bibelvers las: Ich kann doch dankbar sein für jede echte Hilfe von Menschen, die mir in der Not zuteil wird. Wie kann das sein, dass hier in der an Gott gerichteten Bitte um seinen Beistand einfach so gesagt wird: „Menschenhilfe ist nichts nütze?“ Ich kann  mich jedenfalls an manche sehr wirksame Hilfe durch Menschen in schwierigen Situationen erinnern, für die ich sehr dankbar bin. Nicht nur den Menschen, die mir da geholfen haben, bin ich dankbar, sondern auch Gott danke ich dafür. Er hilft uns in mancher Not doch gerade auch durch Menschen! Und wie schön ist es, wenn wir auch selbst anderen Hilfe leisten können. Ich kann die Hilfe von Menschen also nicht einfach abwerten. Im Gegenteil: Sie ist nicht hoch genug zu schätzen!

Und dann las ich den gesamten Psalm 60. Vers 13 ist in den 60. Psalm eingebettet.

Dieser Psalm erzählt von der Erfahrung schwerer Niederlagen des alttestamentlichen Volkes Gottes durch die unvorstellbare Härte zerstörender und alles Leben vernichtender Kriegshandlungen durch seine Feinde.

Die dort geschilderten Erfahrungen des Volkes Gottes sind zusätzlich begleitet von großen Zweifeln, ob Gott überhaupt noch an der Seite seines Volkes steht, denn es hatte ein unvorstellbares Leid auszuhalten.

Eine echte Hilfe durch Menschen im Angesicht solch umfassender, übermächtiger Katastrophenerfahrung  schien völlig unmöglich. Was würden Menschen mit ihrer Hilfe schon ausrichten können?

In seiner völligen Ausweglosigkeit und angesichts aller Zweifel wendet sich das Volk dennoch wieder an Gott, auch wenn es  sich von ihm verlassen fühlt und mit ihm hadert. Doch von Gott kann und will es trotz dieser schweren Erfahrung  nicht lassen.

Ohnmächtig und  niedergeschlagen fleht Israel Gott inständig an: „Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.“ Gott selbst soll sich um die Beseitigung der Not kümmern, sein Geist soll jetzt trösten, sein Arm soll helfen!

Ein verwegenes Vertrauen in Gottes Macht und Möglichkeit bricht sich eine neue Bahn.  In ihr wird eine kühne Hoffnung formuliert, die sich ganz und gar auf Gott allein stützt. Ein starker Glaube wird deutlich, der mit neuem Mut um den helfenden Beistand Gottes ringt.

Ein solches starkes Beispiel eines verwegenen Vertrauens und starken Glaubens hat uns auch Martin Luther in seinem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ hinterlassen. In diesem Lied heißt es: „Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.“

In Luthers Lied ist nicht nur von einem „Beistand in der Not“, sondern sogar noch viel mehr von der „Hilfe aus der Not“ die Rede.

Und, als hätte Luther diesen Psalm 60 auch im Hinterkopf, formulierte er weiter: „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst Du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.“

Da sind wir ganz nah bei der Bitte des 60. Psalmes: „Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.“

Menschliche Hilfe und menschlicher Beistand in der Not bedeuten viel, doch wenn es um das Leben selbst und den Tod geht, brauchen wir ganz klar Gottes Beistand und Hilfe.
In Jesus Christus ist uns seine Nähe, sein Beistand für alle Tagen unseres Lebens zugesagt. Auch für heute.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren