/ Wort zum Tag

Sprüche 11,19

Bibelvers

Gerechtigkeit führt zum Leben; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.

Sprüche 11,19

Was ist Gerechtigkeit?

Was ist eigentlich Gerechtigkeit? In unserem Sprachgebrauch bedeutet Gerechtigkeit, dass Güter gleich verteilt sind; alle die gleichen Chancen haben; Männer und Frauen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten; dass das Wirtschaftssystem nicht die einen bevorzugt und andere benachteiligt und schließlich, dass vor dem Gesetz alle gleich behandelt werden. In unserer Sprache hat Gerechtigkeit vor allem diese Bedeutung. In der Bibel aber bedeutet Gerechtigkeit weit mehr.

Wenn wir einen Begriff der Bibel angemessen verstehen wollen, müssen wir seine Bedeutung aus dem Zusammenhang und der biblischen Zeit heraus zu verstehen suchen – und nicht einfach unser Verständnis in die Bibel hineinlesen. Was bedeutet Gerechtigkeit in der Bibel?

Das Wort zum Tag gibt uns einen Hinweis: „Gerechtigkeit führt zum Leben; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.“ (Sprüche 11,19) Im Hebräischen wird oft der sogenannte „Parallelismus Membrorum“ gebraucht. D.h.: Ein Spruch besteht aus zwei Satzteilen, von denen beide das Gleiche mit anderen Worten sagen. Beide Satzteile erklären sich sozusagen gegenseitig. Der erste Teil lautet: „Gerechtigkeit führt zum Leben.“ Der zweite: „Aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.“

Gerechtigkeit ist in der Bibel nicht nur materiell oder juristisch zu verstehen; Gerechtigkeit ist der Gegenbegriff zum Bösen überhaupt – das Gegenstück zu Sünde in jeder Form.

Die soziale Gerechtigkeit gehört selbstverständlich dazu. Überzogene Gehälter und ungerechte Belohnung sind etwas Unrechtes. Es gibt ja nicht nur persönliche, sondern auch strukturelle Sünden: Das sind Sünden, die zu einem festen System geworden sind. Sie sind verheerend für viele Menschen. Auch vor diesem Unrecht dürfen wir die Augen nicht verschließen und es einfach hinnehmen – auch nicht, wenn wir dadurch Schokolade, Kaffee oder Kleidung billig kaufen können und davon profitieren! Da gilt das Wort aus Jakobus 5,4: „Ihr habt den Arbeitern den Lohn vorenthalten. Siehe, das schreit zum Himmel, und das Rufen der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn gekommen…“

Aber Gerechtigkeit geht noch viel weiter: Sie ist das Gegenstück zur Sünde in jeder Form. Wir dürfen nicht einige Sünden brandmarken – und für andere blind sein! Die einen betonen die sozialen Sünden und nehmen es mit Fehlentwicklungen im persönlichen sexuellen Verhalten nicht so genau. Andere versuchen, gerade diese Sünden zu vermeiden und dulden Habsucht, Geiz oder Richtgeist. Es funktioniert nicht, wenn wir handeln, wie es in einem Cartoon gezeigt wird: Da kommt ein abgewrackter Mann zum Pfarrer und sagt: „Sie haben mich überzeugt, Herr Pfarrer, ich werde in dieser Woche versuchen, jeden Tag ein Gebot zu halten!“

Wenn Gerechtigkeit so umfassend zu verstehen ist, wer ist dann überhaupt gerecht vor Gott? An seinem Gebot gemessen fallen wir alle durch. Wenn nicht durch sichtbare Verfehlungen, so doch in Gedanken, Wünschen und Motiven. Gerechtigkeit bringen wir alle nicht zustande. Und das ist auch nicht nötig. Jesus ist in die Welt gekommen, um uns gerecht zu machen und uns aus unseren Fehlentwicklungen herauszuholen. Er vergibt uns die Sünden, die wir bekennen, und bringt in uns ein neues Denken und Verhalten hervor. Wer ihm vertraut, den macht er gerecht.

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