/ Wort zum Tag

Daniel 6,24

Bibelvers

Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.

Daniel 6,24

König Darius von Medien und Persien hatte sich von Daniel verabschiedet und gesagt: „Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der helfe dir!“ Dann wurde ein Stein vor die Öffnung der Löwengrube gelegt. Er wurde versiegelt mit dem Siegel des Königs und seiner Minister. So würde niemand sich trauen, einzugreifen.

Da waren sie nun: Daniel. Die Löwen. Und sie alle zusammen in einer Grube. Die Ausgangslage ist also denkbar schlecht. Ein Mensch und mehrere Löwen, die Tür ist zu. Kein Fluchtweg. Kein beschilderter Notausgang. Das kann eigentlich nur übel ausgehen. Auch wenn der Mensch die Krone der Schöpfung ist! Auch wenn er sich etwas auf sein Wissen und Können einbildet – auf engstem Raum mit hungrigen Löwen hat der Mensch keine Chance.

Sie kennen vielleicht den Bärengraben am Rand der Altstadt von Bern. Da kommt es immer wieder vor, dass ein Betrunkener über die Mauer steigt und dann bei den Bären landet. Man konnte, so war in der Zeitung zu lesen, so einen Mann gerade noch durch eine Tür hinausbugsieren. Sonst hätte er den sicheren Tod gefunden.

Dieser Vorfall zeigt: Wir Menschen sind nicht in allem Spitze, auch wir Christen nicht. Da braucht es schon ein Wunder, um aus einer so brenzligen Situation herauszukommen. So wird es zum Beispiel in einem Märtyrerbericht aus dem Jahr 203 nach Christus berichtet. Perpetua, Felizitas und drei weitere Christen sollten im Amphitheater von Karthago hingerichtet werden. Sie wollten ihrem Glauben nicht abschwören, und darauf stand die Todesstrafe. Als sie in der Arena den wilden Tieren vorgeworfen werden sollten, hat das nicht auf Anhieb geklappt. Ein Bär wollte nicht seinen Zwinger verlassen. Ein wildes Schwein verletzte seinen Tierwärter so, dass dieser starb. Eine wilde Kuh verletzte die beiden Frauen nur leicht, tötete sie aber wie durch ein Wunder nicht.

Zurück zu Daniel in der Löwengrube! Wir könnten der Geschichte auf zwei Wegen die Schärfe nehmen. 1. Ich erkläre: Daniel wurde nicht wunderbar gerettet, sondern gefressen. Dann wäre die Geschichte nicht hilfreich. Man würde sie wohl nicht mehr bis heute erzählen.

Die 2. Möglichkeit: Daniel war in Wirklichkeit nicht in der Löwengrube, sondern saß zu Hause am Schreibtisch. Er hat sich eine Räuberpistole überlegt. Damit wollte er die Gegner des jüdischen Glaubens von der Größe seines Gottes zu überzeugen. – In diesem Fall wären die Löwen wohl satte, zahnlose Papiertiger gewesen.

Wir können den Fall nicht für unseren Verstand befriedigend lösen, ohne das Geheimnis in der Geschichte zu zerstören. Es würde in nichtssagende Plattheiten aufgelöst.

Ich will aus der Erzählung zwei Dinge lernen.

1. Daniel betete dreimal am Tag, regelmäßig. Nicht nur gelegentlich. So steht es vor dieser Geschickt von der Löwengrube. Er war verschleppt, in einem fremden Land mit fremden, siegreichen Göttern. Er ist weit weg von der Heimat, in der seine Familie ihren Glauben gelebt hat. Gerade jetzt darf sein direkter Draht zu Gott nicht abreißen.

Und das 2. Besonders in den schwierigsten Situationen unseres Lebens sollen wir auf unseren Gott vertrauen, der auch schon früher geholfen hat. „Daniel hatte seinem Gott vertraut.“ Was hilft es, Löwen zu fürchten? Die Märtyrer haben die wilden Tiere nicht so gefürchtet wie den Abfall vom Glauben. Sie sind im Glauben in die Arena gegangen. Darauf kommt es an: auch in einer schweren Lebenslage nicht den Glauben zu verlieren.

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