/ Wort zum Tag

Jeremia 32,42

Bibelvers

So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.

Jeremia 32,42

Erst Unheil, dann Gutes. Ist Gott willkürlich, mal so, mal so? Ändert er seine Meinung?

Der Kontext im Buch des Propheten Jeremia ist so: Lange hatte Gott geworben um sein Volk, lange gewarnt, dass ihr Verhalten den guten Maßstäben Gottes entsprechen sollte. Aber nichts hatte sich geändert. Weder Volk noch Führung wollten sich nach Gottes guten Geboten richten. Und deshalb kam es, wie Gott es angekündigt hatte: Die militärische Niederlage des Staates Juda wurde zum Gericht Gottes. Die Worte in Kap. 32 schreibt Jeremia aus dem Gefängnis. König und Führung hatten ihn festgesetzt, weil er ihnen immer wieder ihr gottloses Verhalten als Grund für die Katastrophe vorhielt. Jerusalem war schon länger vom babylonischen König Nebukadenezar belagert; die Einnahme der Stadt war nur noch eine Frage der Zeit.

Aber genau in dieser Lage bekommt Jeremia von Gott einen neuen Auftrag: Mitten in der Katastrophe, sozusagen kurz vor 12, soll er einen Kaufvertrag für ein Stück Land abschließen. Jeremia bestellt Notar und Zeugen in den Knast, die Wachen schauen ungläubig zu. Der Kaufvertrag betrifft ein Stück Land außerhalb der Stadt, das längst von den Feinden besetzt ist. Mitten in der Katastrophe soll er ein Zeichen setzen: Nach dem Untergang wird Gott einen Neuanfang möglich machen! Jeremia sagt es deutlich in den Versen 23-25 in seinem Ringen mit Gott, frei übertragen: „Sie haben nicht nach deinen guten Ordnungen gelebt. Deswegen hast du nun das große Chaos kommen lassen. Die Feinde sind kurz vor dem Einmarsch. Wir haben schon nichts mehr zu essen und werden bald sterben. Alles ist genauso passiert, wie du, Gott, es vorausgesagt hast. Trotzdem hast du mir gesagt, ich soll jetzt dieses Stück Land kaufen als Zeichen der Hoffnung, dass es nach der Katastrophe irgendwann einen Neubeginn geben wird.“

Gott bestätigt dem Propheten diese Sicht und schließt dann einige starke Verheißungsworte für die Zukunft an. Wie weit die weg ist, ob nah oder fern, ob 70 oder 400 Jahre, bleibt offen. Diese Zusagen Gottes in den Versen 37-42 enden in dem Vers, um den es heute geht : „Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.“ Nun haben wir also den Zusammenhang und der erklärt alles. Er wehrt die Missverständnisse ab, Gott sei ein willkürlicher und wankelmütiger Herrscher. Das Gegenteil ist der Fall: Trotz und mitten in der Katastrophe gibt es neue Hoffnung. Zwar ist der Untergang Jerusalems nicht mehr aufzuhalten, aber am Horizont leuchtet ein großes Licht auf, dass es einmal grundsätzlich anders sein wird: Gott schließt einen ewigen Bund; die Menschen werden seine guten Gebote freiwillig befolgen; und ihm ist es die größte Freude, ihnen Gutes zu tun.

Wir fragen mit Recht, wann ist das eingetreten? In einem gewissen Umfang schon, als ein Teil der zwangsumgesiedelten Juden nach rund 70 Jahren aus Babylon nach Jerusalem zurückkehrte. Zu einem ganz wesentlichen Teil sind diese Verheißungen wahr geworden, als Jesus als Sohn Gottes auf die Erde kam. Seitdem ist der Bund Gottes offen für Menschen aller Völker. Wo Menschen Jesus ihr Leben anvertrauen, wird die damals angekündigte Verwandlung der Herzen wahr. Die neue Einpflanzung des Volkes Israel in seinem Land wurde im 20 Jh. Wirklichkeit, auch wenn sie bis heute umkämpft ist. Aber es bleibt ein Rest, der noch unerfüllt bleibt: dass nämlich Menschen aus dem Gottesvolk Israel und aus allen anderen Völkern zusammen den Messias Gottes erkennen und anbeten. Erst dann kommt der versprochene ewige Bund Gottes zum Ziel.

Gott hat – trotz aller Ablehnung ihm gegenüber, trotz der selbst verschuldeten Katastrophen seiner Menschenkinder – immer gute und heilvolle Absichten mit uns allen. Wenn wir ihm das glauben und uns ihm ganz anvertrauen, dann sind wir Erben dieser großen Verheißungen. Dann profitieren wir als einzelne, als Kirchen und als Völker von all dem Guten, das Gott uns versprochen hat und über uns kommen lassen will.

 

 

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