/ Wort zum Tag

Matthäus 6,34

Bibelvers

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen

Matthäus 6,34

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.

„Über diese Bibelstelle rege ich mich jedes Mal total auf,“ sagt die Landwirtin, „das kommt ja noch schlimmer, Jesus sagt: Seht die Lilien, sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Was soll das, ein Aufruf zur Faulheit? Also ohne säen und ernten läuft bei uns auf dem Hof gar nichts! Und auch nicht ohne die Sorge für den nächsten Tag.“ Sie weiß, wovon sie redet: Sie hat 70 Kühe zu füttern und zu melken, baut Getreide an und macht Heu. Dafür sind Fleiß und Vorsorge nötig, ganz klar.

Aber kennen Sie auch die Sorgen, die wir durch unser Handeln gar nicht beeinflussen können, die einen auffressen? Also, meine Landwirtin, die kann und soll natürlich säen und ernten, Kühe füttern und melken – aber dass das alles auch gedeiht, das hat sie doch nur begrenzt in der Hand. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“, heißt es in einem Choral. Sich verrückt machen um Dinge, die wir nur begrenzt beeinflussen können, das ist unsinnig, sagt Jesus. Da laden wir manchmal viel zu viele Sorgen auf unsere Schultern.

Kennen Sie die Geschichte von dem Vogel, der auf dem Boden liegt und beide Beine gegen den Himmel streckt? Ein anderer Vogel kommt vorbei und fragt verwundert: „Warum liegst du so da? Warum hältst du die Beine so starr?“ Der erste Vogel antwortet: „Ich trage den Himmel mit meinen Beinen. Wenn ich loslasse und die Beine anziehe, stürzt der Himmel ein.“ Während er noch spricht, löst sich ein Blatt vom nahen Baum und fällt raschelnd zur Erde. Der Vogel erschrickt und fliegt schnell davon. Der Himmel aber bleibt an seinem Ort.

Manchmal gleichen wir diesem Vogel. Wir denken, wir tragen alle Last und müssen alles alleine regeln. Wir strengen uns furchtbar an und vergeuden viel Kraft für den sinnlosen Aufwand den Himmel tragen zu müssen.

Der Bibelvers weist einen anderen Weg. Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.

Also es ist besser mal die Hände in den Schoß zu legen bzw die Hände zu falten und mit Gott über die anstehenden Aufgaben zu reden, als sich von morgens bis abends abzurackern und zu sorgen. Wir denken ja oft: So viel Arbeit und Sorgen, keine Zeit zum Beten. Martin Luther hat es genau umgekehrt gesagt: "Ich muss heute viel arbeiten, deshalb muss ich besonders viel beten." Im Gebet sortiere ich meine Aufgaben vor Gott.  Ich stolpere nicht so drauflos. Und dann spüre ich: Ich muss nicht den Himmel tragen. Klar, ich tue, was ansteht, aber was morgen wird, das kann ich getrost Gott überlassen.

Manchmal passiert mehr und Besseres, wenn ich nichts tue und die Hände falte, als wenn ich von morgens bis abends herum hetze.

In einer für mich schweren Zeit mit großen Sorgen hab ich oft einen Liedvers gebetet: „Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.“ Und in der nächsten Strophe heißt es: „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu. Und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“

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