/ Wort zum Tag

Maleachi 3,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können und wer wird bestehen, wenn er erscheint?

Maleachi 3,2

Ungefähr einhundert Jahre sind seit der Rückkehr der Juden nach Israel vergangen. Die Stadt Jerusalem ist wieder aufgebaut und im zweiten Tempel kann auch wieder Gottesdienst gefeiert werden. Aber das Volk und die Priester sind nicht mehr so begeistert wie bei der Ankunft im Lande. Nach der guten Zeit unter Nehemia fallen die Menschen wieder in die alten Verhaltensmuster zurück. Der Gottesdienst ist zum Ritual geworden und mit dem Einhalten des Gesetzes nimmt man es auch nicht mehr so genau. Es werden fehlerhafte Opfer gebracht und das Geben des Zehnten vernachlässigt. Obwohl sie es eigentlich besser wissen mussten, wundern sich die Menschen, dass Gott unzufrieden mit ihnen ist. Denn sie selbst sind sich keiner Schuld bewusst. Jeder der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN, sagt das Volk herausfordernd. Sie hatten es vergessen: Gott kann sie nur segnen, wenn das Volk sich auch nach Gottes Geboten richtet. Und in dieser Zeit wird Maleachi berufen, der letzte schreibende Prophet. Er soll die Sünden des Volkes aufdecken und die Menschen zu Gott zurückrufen.

Maleachi antwortet auf die Frage der Juden: Wo ist der Gott des Gerichts? Maleachi muss daraufhin antworten: Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Für mich klingt diese Frage sehr bedrohlich und es wird mir ungemütlich. So fragt doch nur einer, der als Antwort ein erschrockenes „Niemand“ erwartet.

Niemand war auch oft bei mir die verzagte Antwort vor dem Abschluss verschiedener Ausbildungen. Wenn es dann mit schneidender Stimme vom Katheder tönte: "Wenn sie so weitermachen wie bisher, wer von ihnen wird dann wohl die Prüfung bestehen?" Bis heute habe ich das im Ohr. Und ich wusste immer nicht genau, ob das ein Niedermachen sein sollte. Oder ein letztes Anfeuern, noch einmal alles zu geben.

Wer wird den Tag seines Kommens ertragen? Aber wer kommt denn da eigentlich? Und warum sind die Ankunft und das Erscheinen dieses Kommenden so furchtbar? Ich denke, es geht hier um Jesus Christus. Und um sein Kommen.

Wir Christen erinnern uns gerne an das erste Kommen von Jesus. An Weihnachten. Wie Jesus als kleines Kind auf diese Erde kam. Aber passt die drohende Frage eines Maleachi zu diesem Ereignis? Sicher, die Hirten auf dem Feld vor Bethlehem fürchteten sich vor dem Engel. Aber sonst? Wer sollte denn vor dem Kind in der Krippe Angst haben? Das konnte doch jeder ertragen. Und die römischen Soldaten hatten auch keine Skrupel, Jesus an das Kreuz zu nageln.

Ich denke daher, dass der Prophet Maleachi hier das zweite Kommen von Jesus ankündigen will. Wenn er als der Richter des Volkes Israel und der Welt auftreten wird. Wer sich in der Bibel über diesen Tag informiert, stellt mit Recht die Frage: Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können und wer wird bestehen, wenn er erscheint?

Doch dieser Tag kann seinen Schrecken verlieren. Sie und ich haben die Möglichkeit, diesem Tag gelassen entgegen zu sehen. Denn es kommt darauf an, welche Beziehung sie und ich zu dem kommenden Jesus Christus haben.

Als Jesus das erste Mal auf die Erde kam, war sein Ziel das Kreuz von Golgatha. Dadurch baute er für den Menschen eine Brücke zurück zu Gott. Eine Zeit der Gnade begann und Jesus will seitdem die Menschen retten. Vor dem Gericht Gottes. Deshalb: Wer jetzt und heute Jesus als Retter annimmt, braucht ihn nicht mehr als Richter zu fürchten.

Jesus Christus, Richter oder Retter, das ist die alles entscheidende Frage. Wer Jesus als seinen Retter kennt, der wird sich über den Tag seines Kommens freuen und ihn vielleicht sogar herbeiwünschen.

 


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