/ Wort zum Tag

Römer 11,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat.

Römer 11,2

Interessiert Sie das Volk Israel? Ich meine jetzt nicht politisch. Jedenfalls nicht in erster Linie. Klar, jeder, der die Weltpolitik verfolgt, kommt an Israel nicht vorbei. Dafür geschieht viel zu viel im Nahen Osten. Und das schon sehr lange.

Nicht erst seit dem Golfkrieg macht sich das kleine Volk der Juden Sorge um seine Existenz. Immer wieder in der Geschichte ist den Israelis die Existenzberechtigung abgesprochen worden. Allein 6 Millionen Juden wurden von Adolf Hitler und seinen Helfershelfern umgebracht. Aber nicht nur die Nazies und andere Antisemiten haben den Juden in der Vergangenheit schwer zu schaffen gemacht. Auch Christen haben sich gegen die Juden gestellt, nicht nur im Dritten Reich. Nicht nur mit Kreuzzügen im Mittelalter. Auch schon unter den ersten Christen gab es Gegner des Judentums. Menschen, die den Juden ihre göttliche Erwählung absprachen, die sagten: „Ihr seid nicht mehr das auserwählte Volk. Das sind jetzt wir Christen.“ Auch in der Christengemeinde in Rom müssen solche Stimmen laut geworden sein.

Darum hat schon vor 2.000 Jahren der Apostel Paulus die Christen in Rom gefragt: „Hat denn Gott sein Volk (und damit ist Israel gemeint) verstoßen?“ (Römer 11,1a). Und Paulus selbst gibt die Antwort: „Das sei ferne. Denn ich bin auch ein Israelit vom Geschlecht Abrahams aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat“ (Römer 11,1a und 2b).

Paulus versucht, der Christengemeinde in Rom einzuprägen: Die Untreue der Israeliten gegenüber Gott kann die Treue Gottes nicht aufheben. Mögen die Israeliten in ihrer Geschichte von Gott oft weggelaufen und dafür von ihm gestraft worden sein, ganz verstoßen hat Gott sein Volk nicht.

Das bedeutet für uns heute: Mögen die Menschen heute in Israel nur wenig dem jüdischen Volk ähneln, das uns in der Bibel geschildert wird, ögen Strömungen und Entwicklungen vorherrschen, die nicht aus der Treue zum Gott der Väter geboren sind, trotzdem bleibt das Volk Israel Gottes geliebtes Volk. Gottes Wahl gilt. Sie führt zu ihrem Ziel, auch wenn es jetzt noch anders aussieht.

Wer hätte nach dem schweren Leidensweg der Juden im Dritten Reich noch daran gedacht, dass 1948 Israel als Staat wieder auf der politischen Bühne auftaucht. Sichtbar für die ganze Welt.

Vor langer Zeit schon hat Gott sein Volk erwählt.

Paulus ist sich selbst der erste Beweis dafür: Dass Gott ihn, den Juden, vom Unglauben zum Glauben geführt hat, vom Christushasser zum Christusnachfolger, das ist ein Beweis mehr für den wunderbaren Weg Gottes mit den Juden.

Insofern kann auch ich heute diese Worte des Paulus für mich ganz persönlich nehmen. Wenn ich zum Glauben an Jesus Christus gefunden habe, ist der Treuebund von Gott her auch mit mir geschlossen. Auch ich lebe von der Treue Gottes. Alle Christen leben von dieser Treue. Ja, alle Christen und Juden leben von dieser Treue Gottes.


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