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Apostelgeschichte 20,24

Bibelvers

Ich aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.

Apostelgeschichte 20,24

„Wenn Menschen auseinandergehen, so sagen sie: Auf Wiedersehen!“ So der Dichter Ernst von Feuchtersleben.

Das Abschied nehmen gehört zum Menschsein dazu. Manchmal fällt es einem leicht und ein anderes Mal sehr schwer. „Tschüss, mach´s gut!“, so wurde ich oft als Kind von meinen Eltern verabschiedet, wenn ich in die Schule fuhr. Ein leichter Abschied! Wussten wir doch, wir würden mittags gemeinsam wieder am Tisch sitzen.

Etwas schwerer wird es, wenn das Wiedersehen in die Ferne rückt: „Pass auf dich auf. Gott segne dich!“ Und dann drückt man sich noch einmal fest. Und es gibt die endgültigen Abschiede, z.B. wenn jemand in den Ruhestand tritt. Da wird rückblickend erinnert, gedankt und es werden gute Wünsche geäußert. Für viele ein sehr schwerer Abschied!

So erging es auch Paulus, dem Apostel. Drei Jahre lang hatte er in Ephesus gewohnt, gearbeitet, gelebt und missioniert. Jetzt ließ er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen, um sich zu verabschieden. Er sagte: "Ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes." (Apg. 20,24)

So verabschiedete sich Paulus. Was für eine Rede an seine ehemaligen Kirchenvorsteher:„Mein Leben ist mir egal. Hauptsache, ich kann das Evangelium weitergeben. Ich weiß schon, dass, wenn ich jetzt weiterfahre, das Gefängnis in Jerusalem auf mich wartet.“ (Apg. 20,23)

„Aber Paulus“, so haben sie vielleicht argumentiert, „du kannst hier noch so viel Gutes tun. Im Gefängnis musst du wahrscheinlich sterben.“ „Ja, da habt ihr recht, aber ich weiß, dass das Gottes Wille für mich ist.“ (Apg. 20,22)
 

Paulus ist leidenschaftlich Christ. Schon lange. Als er anfänglich, vor vielen Jahren, seine Jesusbegegnung hatte, zog er sich erst mal zurück. Nach Tarsus, in seine Heimatstadt. (Apg. 9,30)
Viele Jahre blieb es ruhig um ihn. Genügend Zeit, sich auf den Dienst vorzubereiten: Seine Vision, seinen Lebensauftrag zu entwickeln. Und der war: „Zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes!“ Das wollte Paulus: Sich selbst nicht so wichtig nehmen, als Christ unterwegs sein und die gute Nachricht verkünden.

Als Christ unterwegs sein. Wie sieht das bei Ihnen und mir aus? Gehöre ich zur Spitzengruppe – also zu den aktiven Leuten - oder eher zu den Nachzüglern? Laufe ich in der großen Menge mit oder bin ich nur Zuschauer? 
„Hauptsache, wir sind in Bewegung. Und führen den Auftrag aus, den uns Jesus Christus gegeben hat.“

Ehrlich gesagt, ich bin kein Paulus-Typ. Meine Abschiedsrede würde anders ausfallen. Ja, ich weiß: Man braucht Zeit, die richtigen Worte zu finden. So mutig und direkt wie Paulus gesprochen hat, ist nicht jedermanns Sache.

Aber das, was einem auf dem Herzen liegt, sollte der andere erfahren. Das, was Sie als Christ bewegt, kann nämlich auch andere Menschen bewegen. Trauen Sie sich ruhig im Sinne von: „Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.“ (Unbekannt)

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