/ Wort zum Tag

Hebräer 13,8

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

„Wissen“ prägt den modernen Menschen und die Beziehungen zwischen Menschen. Zugleich ändert sich das Wissen so schnell wie nie zuvor. Zwischen 1800 und 1900 hat sich das Wissen der Menschheit etwa verdoppelt, zwischen 1900 und 2000 etwa verzehnfacht. Im Minutentakt entsteht heute irgendwo auf der Welt neues Wissen über medizinische Verfahren, physikalische Zusammenhänge, chemische Formeln. Die hohe Geschwindigkeit der Wissensentwicklung bedeutet zugleich, dass Wissen mit nie zuvor gekannter Geschwindigkeit veraltet und überholt ist.

In der Wissensgesellschaft breitet sich Wissen so schnell aus wie nie zuvor. Was heute entwickelt wird, kann man binnen weniger Tage im Internet finden. Nachrichten verbreiten sich in Minuten um die ganze Welt. Man schätzt, dass über ein Drittel der Weltbevölkerung heute Zugang zum Internet hat, bald wird es die Hälfte sein. Kaum noch eine Diskussion im Freundeskreis, in der nicht schnellstens die Fakten im Internet geklärt werden. Bei einer Familienfeier neulich diskutierten die Erwachsenen über irgendeinen Sachverhalt, als ein Dreijähriger dazwischen ging: „Oma, schau’s Dir doch auf Deinem Smartphone an!“ Da hätte die Oma schließlich auch selbst drauf kommen können.

Das Problem der Wissensgesellschaft ist, dass die Menschen in der Flut der Informationen die Orientierung verlieren. Sie wissen eine Unmenge, aber sie können das Wissen nicht einordnen. Sie sind so beschäftigt damit, immer neue Informationen abzurufen, dass sie keine Zeit mehr haben, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, über Zusammenhänge nachzudenken, Schlussfolgerungen zu ziehen für ihr Leben. „Wir amüsieren uns zu Tode“ schrieb schon in den 1980er Jahren der Amerikaner Neil Postman und beschrieb damit eine Gesellschaft, in der die Menschen immer stärker von Belanglosigkeiten in Beschlag genommen werden, so dass ihnen schwindlig wird und sie jede Mode mitmachen und jeder Neuigkeit hinterherlaufen. Auf dem neuesten Stand zu sein, wird ihnen wichtiger als die Frage, ob das, was sie tun, glücklich macht. Wissen ist eben nicht dasselbe wie Weisheit.

Weisheit im biblischen Sinn ist die Kunst, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Ein solches Leben braucht einen Fixpunkt, der Orientierung gibt, der ermöglicht, Gutes von Schlechtem zu unterscheiden und die Dinge um uns herum richtig einzuordnen; einen „Anker in der Zeit“, wie Albert Frey gedichtet hat, an dem man sein Leben festbinden kann, damit man nicht haltlos von der jeweils neuesten Mode hin- und hergetrieben wird.

Jesus Christus möchte der Fixpunkt Ihres Lebens sein, der Anker, an dem Sie sich festmachen können. Im Hebräerbrief heißt es: Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und auch in Ewigkeit. Wer auf ihn schaut, erkennt den Sinn und das Ziel seines Lebens. Wer sich an ihm orientiert, findet ein glückliches Leben und kommt sicher zum Ziel, der liebevollen Gemeinschaft mit Gott, dem Schöpfer unserer Welt.

Dazu muss man Jesus kennenlernen, sich mit ihm, seinem Leben und seinen Worten beschäftigen, ihm Zeit widmen und sich auf ihn einlassen. Ich möchte Sie heute einladen, das zu tun: Greifen Sie ganz altmodisch zur Bibel, nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie von Jesus Christus. Ich weiß, das kann man auch auf dem Smartphone tun. Aber die Versuchung ist zu groß, dass Sie nach drei Sätzen irgendwas im Internet nachschauen wollen, anstatt sich auf Jesus zu konzentrieren. Wer sich die Zeit nimmt, in der Bibel von Jesus zu lesen, findet nicht die neuesten Informationen, aber Weisheit zum Leben.


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