/ Wort zum Tag

Lukas 5,27-28

Bibelvers

Jesus ging hinaus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.

Lukas 5,27-28

So einen ruft Jesus in seine Nachfolge! Levi ist der Inbegriff all dessen, was nicht sein darf. Den Juden war er die Verneinung der heiligen Geschichte ihres Landes. Eigentlich darf es ihn nicht geben. Aber am Stadttor sitzt er und kassiert, dieser Schandfleck. Kein Tag, wo man sich nicht seiner schämen muss. Am liebsten möchte man ihn versteckt halten.

Was möchten wir Menschen nicht alles versteckt halten? Es gibt so etwas wie einen Seelen-Levi, ihren und meinen Seelen-Levi. „Levi“ können wir als einen Teil unserer Vergangenheit verstehen, die sogenannte. „unbewältigte Vergangenheit“! Ganze Völker haben solche „Levis“.

- Die Amerikaner möchten nicht an die Ausrottung der Indianer und die Zeit der Sklaverei erinnert werden.
- Die Engländer nicht an manche Grausamkeiten ihrer Kolonialpolitik.
- Die Türken nicht an den Völkermord an den Armeniern.
- Die Russen verdrängen gern die in die Millionen gehenden Massenmorde an vermeintlichen oder tatsächlichen Gegnern des kommunistischen Systems.
- Und die Schweden reden nicht gern darüber, dass sie 1945 über die Ostsee geflüchtete deutsche Soldaten, aber auch Esten und Letten, die mit den Deutschen sympathisiert hatten, an die Sowjets und damit in eine grauenhafte Gefangenschaft ausgeliefert haben.
- Die Deutschen haben ein Problem mit Auschwitz. Günter Grass wollte über 60  Jahre nicht an die Waffen-SS erinnert werden.

An der Ecke sitzt Levi. Und er sitzt in jedem von uns. Levi braucht Jesus.

Liebe ist eine Person. „Gott ist Liebe.“ Und diese Person hat sich uns gezeigt: Jesus heißt sie. Der Apostel Johannes bezeugt: „Das Wort wurde Fleisch.“ Eben. Die Liebe ist Mensch geworden. Fleisch geworden. Weil wir nicht zur Liebe kommen, kommt die Liebe in Jesus zu uns.

Es war Jesus nicht egal, wie es in Levi aussah. Und es ist ihm auch nicht egal, wie es in Ihnen aussieht. Was Jesus auf Golgatha für Sie getan hat, dass gilt auch noch heute. Seit man ihn auf Golgatha ans Kreuz genagelt hat, ist klar, was Liebe ist. Nein, nicht nur ein Gefühl. Hingabe, Opfer, ganz für den anderen da sein. Ich will bei Jesus lernen und ich will von ihm lernen. Und da sehe ich: Ich muss mir die Liebe erbitten. Denn von Natur aus sind wir alle stramme Egoisten und zur Liebe unfähig. Wir können uns Liebe nicht machen. Sie muss geschenkt sein. Und schenken kann sie nur Gott. Ohne Liebe zu Gott gibt es auch keine Liebe zum Nächsten. Wir können uns lange sagen: Diese Welt braucht mehr Liebe. Seid nett zueinander! Aber das ist so, als stände über dem Eingang zum Krankenhaus: „Hauptsache gesund.“ Wir haben die Liebe doch nicht. Wir sind doch Liebeskrüppel. Unheilbar! Unheilbar?

Ich bin so froh, dass ich diese Geschichte von Jesus kenne und versuchen kann, sie auch nachzuleben. Die Pharisäer wollen Jesus beseitigen - Jesus will heilen. Die Pharisäer bringen ein Todesurteil - Er das Lebensurteil: „Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken.“ Sie sagen: „Hinaus!“, er isst und trinkt mit Zöllnern. Und eben das heilt. Levi wird z.B. ein Jünger.

Wie viele Menschen spüren, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Aber gehen sie deshalb zum Arzt? Wer weiß, was der alles entdecken könnte. Ja, es kann sehr erschütternd sein, wenn man ihm dann gegenüber sitzt und einem der Befund mitgeteilt wird. So ist es auch, wenn Sie zu Jesus kommen. Das kann wirklich erschütternd sein, wenn Sie den geistlichen Befund Ihres Lebens zur Kenntnis nehmen müssen. Erschütternd, aber heilsam, wenn Sie sich diesem Arzt anvertrauen.

Ich bin neulich mit meinem Männerkreis zu Besuch bei der Feuerwehr gewesen. Was ich da hörte, das muss ich Ihnen weitergeben. Die Feuerwehr in Bremen braucht zehn Minuten, um am Einsatzort zu sein. Zehn Minuten. Wie lange braucht Gott, um an Ihrem Einsatzort zu sein? Ich erzähle Ihnen nun schon die ganze Zeit von der Liebe Gottes. Seit ziemlich genau vier Minuten. Wie lange geben Sie Gott noch? Er ist nur ein Gebet weit entfernt.

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