/ Wort zum Tag

Jesaja 40,30-31

Bibelvers

Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40,30-31

Für mich gibt es nichts Schöneres, als an einem Morgen schon beim Aufwachen fröhlich und voller Tatendrang zu sein. Dann danke ich Gott für die gute Nacht und für Sein Begleiten durch den neuen Tag. Viele Gedanken wirbeln mir durch den Kopf: „Welche Begegnungen werde ich heute haben? Was muss ich alles erledigen? Und was darf ich nicht vergessen?“ Fröhlich hüpfe ich aus dem Bett und freue mich auf das, was kommen wird. Es wäre schön, wenn es immer so sein könnte.

Es gab in meinem Leben auch Zeiten, da war es mir, als ob ich mit gebrochenen Flügeln aufwachen würde. Ich hatte einfach keine Kraft und der wartende Tag schien mir mit seinen Anforderungen wie ein kaum bezwingbarer, steiler Berg zu sein. Die einfachsten Dinge, wie das Zubereiten des Frühstücks oder das Einfüllen der Wäsche in die Waschmaschine, forderten meine ganze Kraft. Ich schleppte mich durch den Tag und verstand das Leben nicht mehr. Ich war nicht etwa depressiv, sondern einfach körperlich elend und kraftlos. Als dann die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde, konnte ich meine Mattigkeit einordnen. Eine lange Wegstrecke mit stark limitierten Kräften lag vor mir: Krankenhausaufenthalte mit einer Operation, Chemotherapie und Bestrahlungen forderten meine ganze verbleibende Lebenskraft. Und mich trieb die Frage um, ob ich je wieder einmal gesund werden würde.

In jener Zeit erhielt der Trost, den Gott seinem matten und hoffnungslosen Volk durch den Propheten Jesaja im Alten Testament zusprach, eine viel tiefere Bedeutung für mich. In Jesaja 40, 29 – 31 steht: „Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Die Deportation nach Babylon und die Zerstörung Jerusalems hatten das Volk Israel entmutigt und kraftlos gemacht. Diese Menschen hatten keinen Mut und keine Kraft mehr. Gott selber kam in ihre Situation und erinnerte sie daran, dass er derjenige ist, der den Kraftlosen Kraft und den Mutlosen Mut schenken will.

Dasselbe will Gott auch für uns tun. Ich erlebte Gottes Kraft damals in meiner schwierigen Zeit hautnah. Er gab mir die innere Kraft, um mit der Situation umzugehen. Die Gewissheit, dass Gott keine Fehler macht, auch dann nicht, wenn er eine Krankheit zulässt, half mir, meine inneren Flügel auszubreiten und zu fliegen wie ein Adler. Oft dachte ich in jener Zeit übers Sterben nach und stellte mir vor, wie ich meine Flügel einmal endgültig heben und zu Jesus fliegen werde. Der Gedanke an den Tod machte mich glücklich, er tröstete mich und war für mich nicht etwas Schlimmes.

Heute blicke ich dankbar zurück und staune, wie Gott meine gebrochenen Flügel wieder mit Kraft erfüllt hat. Ich danke ihm von Herzen, weil ich es erfahren habe. Ja es stimmt: „Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

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