/ Wort zum Tag

Psalm 4,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!

Psalm 4,2

David redet in der Losung des heutigen Tages von seiner Angst: “Der du mich tröstest in Angst, sei mir gnädig und erhöre mich!” Das verwundert uns. David und Angst? So kennen wir ihn ja gar nicht. Oder haben wir da etwas falsch verstanden?

Angst gehört zum Leben wie das Atmen. Natürlich gibt es Menschen, die mehr, und solche, die weniger ängstlich sind. Aber Angst kennt jeder. Auch die Christen. Auch die Menschen der Bibel, die doch zu Gott gehörten, kannten Angst.

Warum hatte der sonst so starke Petrus in der Nacht der Gefangennahme Jesus verleugnet? Doch nicht, weil er aufgrund der plötzlich erlebten Ohnmacht seines Herrn in seinem Glauben irre geworden wäre, sondern schlicht, weil er Angst um sein eigenes Leben hatte.

Warum hatte der junge Markus auf der Missionsreise Paulus und Barnabas nach kurzer Zeit allein gelassen? Doch nicht, weil er Mission nicht mehr für die wichtigste Aufgabe der Christen hielt, sondern weil er angesichts der hohen Berge und der schwierigen Umstände bei der Durchführung der Mission Angst bekam.

Warum übernehmen heutzutage viele Christen keine verantwortungsvollen Aufgaben mehr in ihren Gemeinden? Weil sie Angst haben, zu versagen und den Aufgaben nicht gerecht zu werden.
Warum bekennen viele, die in ihrem Herzen glauben oder zumindest glauben wollen, ihren Glauben nicht deutlich und erkennbar in ihrer Firma und auf ihrem Arbeitsplatz? Weil sie Angst haben, wie dann über sie geredet werden könnte.
Warum gibt es auch in vielen christlichen Häusern keine biblischen Worte und Bilder in Flur und Wohnzimmer? Haben wir Angst vor dem, was Nachbarn und fremde Besucher sagen würden?

Natürlich gibt es Gegenbeispiele. Sogar viele. Gott sei Dank. Woran liegt das? Kennen solche Menschen keine Angst? Doch, ich sagte es schon: Jeder Mensch kennt Angst, wenn auch unterschiedlich stark. Doch die Frage ist nicht, ob wir mehr oder weniger Angst haben, sondern wie wir mit unserer Angst umgehen. Der Umgang mit unserer Angst macht den Unterschied. Wollen wir selber mit unserer Angst fertig werden? Oder bringen wir sie vor unseren Gott? Und vor allem: Hören wir, was Gott dazu sagt?

David hat seine Angst zu Gott gebracht. Und Gott hat ihn getröstet. David nennt Gott jetzt den, “der mich tröstet in Angst”. Welch großartiger Name für Gott. War die Angst damit weg? Nein, aber David war mit seiner Angst nicht mehr allein. Der Trost Gottes begleitete ihn bei allen seinen Schwierigkeiten. Worin bestand der Trost Gottes? In der Zusage “Ich bin bei dir! Du bist nicht allein”. Reicht diese Zusage, wenn die Angst doch immer noch da ist? Ja, sie reicht, denn nun bin ich nicht mehr meiner Angst ausgeliefert und muss tun, was sie will. Nun bin ich meinem Herrn ausgeliefert und kann tun, was er will. Aber kann die Angst nicht manchmal sehr mächtig in einem Menschen sein? Ja, das kann sie, aber unser Gott ist noch mächtiger! Wie sehr David diesem Trostwort seines Gottes vertraut, zeigt sein berühmtester Psalm - Psalm 23: “Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir!”. Du bist bei mir - das ist der Trost in Angst und unüberschaubaren Situationen.

Jesus hat diesen Trost aufgegriffen, als er seinen Jüngern bei seiner Himmelfahrt die gewaltige Aufgabe der Verantwortung für die Welt und der Mission unter allen Menschen übergab. Als letzten Trostsatz gab er ihnen mit: “Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”                                                                                    

Sicher - die Angst lässt nicht locker. Immer wieder kommt sie in neuer Gestalt. Aber dann kann ich - auch immer wieder! - den Gott anrufen, der tröstet in Angst: Sei mir auch diesmal wieder gnädig, indem du mir deinen Trost aufs Neue zusagst und fest in Herz und Gedanken einprägst.

Dann können Sie - egal ob mit viel oder mit wenig Angst - in Ihren Alltag gehen und Jesu Zeuge sein in Wort und Tat. Mit Ihren kleinen oder größeren Gaben. Und auch mit Ihrer Angst. Denn Jesus ist bei Ihnen.


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