/ Wort zum Tag

Matthäus 8,26

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Jesus sprach: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“

Matthäus 8,26

Was ist ein Kleingläubiger? Das ist auch einer, dem das Wasser bis zum Hals steht und der Angst hat unterzugehen. Die Flut der Sorgen erscheint ihm übermächtig. Der kalte Wind der Wirklichkeit bläst ihm ins Gesicht. Ein Sturm von bedrückenden Gedanken tobt. Eine Welle von unbewältigten Gefühlen droht ihn zu überrollen. Und er kommt sich ohnmächtig und klein vor und fragt sich, wo Gott eigentlich in dem Ganzen ist. Das ist ein Kleingläubiger. Und ich bin manchmal so.

Wie glaubt denn aber einer, der großen Glauben hat? Großen Glauben hat Jesus nur zwei Leuten zugesprochen, und die waren noch nicht einmal Angehörige des Volkes Gottes. Der eine war ein römischer Soldat in Kapernaum, die andere eine Frau aus Samaria. Beide waren in großer Sorge um einen geliebten Menschen. Auch sie fühlten sich klein und ohnmächtig gegenüber den bedrohlichen Umständen. Aber sie glaubten, dass Jesus größer ist als die Not und dass er nur ein Machtwort zu sprechen braucht, und die Hilfe ist da.

Das heutige „Wort zum Tag“ aus dem Neuen Testament steht in einer meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel. In Matthäus 8 ab Vers 23 lesen wir:

„Und er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, sodass auch das Boot von den Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief. Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir kommen um! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?“

Als Segler weiß ich, wie einem auf dem Wasser manchmal zumute sein kann. Was mich an dieser Geschichte immer wieder fasziniert ist die Überlegung, wie Jesus bei diesem Sturm schlafen konnte. Okay, er war sicher erschöpft und müde nach all dem Predigen und Heilen und Jünger anleiten. Aber ich glaube, er konnte schlafen, weil er mitten im Sturm geborgen war in der Hand seines Vaters.

Im vergangenen Sommer war unser Sohn mit seiner Familie bei uns zu Besuch. Und wir sind segeln gegangen. Es war ein bisschen viel Wind, aber man muss ja nicht alle Segel setzen. Mensch, war das schön! Sohn und Schwiegertochter, die beiden kleinen Enkeltöchter, und Opa am Ruder. Was war ich stolz! Bis eine Gewitterfront aufzog – und zwar so schnell, dass wir nur noch schnell unsere Regenjacken anziehen konnten und innerhalb von Minuten mittendrin waren in Sturmböen und Starkregen.

Eine Viertelstunde lang waren wir völlig ohne Sicht und wurden so hin und her geworfen, dass mir angst und bange wurde.

Und das Verrückte war: Während ich mit aller Kraft versuchte, das Schiff einigermaßen unter Kontrolle zu halten und die Segel zu bändigen, hatte unsere vierjährige Enkelin sich in den Arm ihres Papas gekuschelt und war eingeschlafen – mitten im Sturm! Während Opa am Ruder und an den Leinen kämpfte, war die kleine Lina in Vaters Arm geborgen. Was für ein Bild für den Frieden, den wir bei Gott, unserem Vater, finden können mitten in der Bedrängnis!

Ich hatte danach tagelang Muskelkater an Stellen, von denen ich gar nicht wusste, dass es da Muskeln gibt. Unser Sohn fand das Abenteuer klasse und meinte, ich sollte viel öfter segeln, das würde mir gut stehen.

„Jesus sprach: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“ Es tröstet mich, dass sogar erfahrene Fischer wie Simon Petrus oder die Zebedäussöhne Johannes und Jakobus Angst kannten. Wir sollten uns nicht scheuen, Jesus um Hilfe anzurufen. Ich finde, es ist keine Schande, von Jesus gesagt zu bekommen, dass beim Thema Glauben bei uns noch „Luft nach oben“ ist. Meist wissen wir das ja längst schon. Für mich jedenfalls gilt: Lieber demütig gerettet werden als stolz untergehen!

Ach, Herr Jesus! Sprich doch Dein Machtwort hinein in die Situationen, von denen ich von mich gerade bedroht fühle, oder schenke mir wenigstens diesen übervernünftigen Gottesfrieden, der Dich damals schlafen ließ mitten im Sturm! Herr, ich glaube, hilf meinem Kleinglauben! Amen.


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