/ Wort zum Tag

3. Mose 26,12

Bibelvers

Und ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.

3. Mose 26,12

Tobias sieht ihn mit großen Augen an, er sagt kein Wort, aber die Bitte in seinen Augen kann der Vater gut lesen. „Ja, ich gehe mit“, sagt sein Papa. Tobias ist beim Zahnarzt, die Sprechstundenhilfe hat gerade diese erschreckenden Worte gesprochen: „Wer kommt denn als Nächstes dran?“  Tobias ist der Nächste. Für ihn sind diese Besuche beim Zahnarzt unheimlich. Dieser seltsame Stuhl, nicht recht bequem aber auch nicht so, dass man leicht wieder heraus könnte, diese merkwürdige Leuchte, die so seltsam drohend über ihm hängt und diese Instrumente, die gefährlich brummen und Wasser speien. Was hat er nicht schon alles gehört über diesen Ort und was hat sich in seiner Phantasie dort schon alles zugetragen! Verständlich, dass er nun seinen Papa anschaut und von ihm Hilfe und Beistand erhofft. „Ja, ich gehe mit.“ – wie beruhigend.

Was Tobias erlebt, haben viele schon mitgemacht. Beim Zahnarzt, vor einer Prüfung, wenn Streit drohte oder beim letzten Umzug in eine fremde Stadt. Nicht nur Kinder suchen einen aufmunternden Blick, ein verständnisvolles Lächeln und ein ernstgemeintes Wort: „Ich komme mit. Ich lass’ Dich nicht allein.“

In der Bibel lese ich sehr häufig davon, dass Gott genau das seinen Leuten verspricht. Immer wieder in vielfältigen Variationen das gleiche Versprechen: Ich bin da. Für alle die, die Heute mit einem fragenden Blick umherschauen und auch für die, die im Augenblick noch gar nicht an solch eine Situation denken können oder wollen, in der sie einen Beistand bräuchten, lese ich einen Satz aus der Heiligen Schrift. Er ist aufgeschrieben im 3. Buch des Mose, im 26. Kapitel:

Der lebendige Gott spricht: Ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.

Das Volk Israel hat schon eine lange Wanderung hinter sich. Aus Ägypten herausgeführt, sind sie auf dem Wege nach Kanaan, ins gelobte Land. Dort soll es ihnen gut gehen. Das haben sie versprochen bekommen. Noch aber sind sie nicht angekommen, noch sehen sie nichts davon, können weder spüren noch sehen, wie dieses Land einmal sein wird. Sie haben nur das Versprechen. Was mag dieses Leute bewegt haben, was ihre Phantasie beschäftigt angesichts der Steine, die ihnen im Wege liegen und des Treibsandes, den sie als Alltag erlebten? Wer in dieser Geschichte nachliest, erfährt von Mutlosigkeit, Widerstand, Unglaube. Manche wollen schon umkehren. Lohnt sich der Weg denn überhaupt? Mitten in diese Überlegungen, direkt hinein in die Alltagserfahrungen spricht Gott solche Worte: Ich will unter Euch wandeln. – wie beruhigend. Ich gehöre zu Euch und Ihr zu mir. Im weiteren Verlauf der Geschichte ändert sich – so scheint es – erst einmal nichts oder nur ganz wenig. Die Steine sind da, die großen versperren den Weg und die kleinen scheuern im Schuh. Der Sand ist auch da, machen die Schritte schwer und unbeholfen und vernebelt so manches Mal den klaren Blick. Die Phantasie lässt die Gefahren des neuen Landes groß werden, das Herz  pocht erschrocken weiter. Immer aber ist Gott da. Nein. Er hat nicht versprochen, dass alles schön und gut und gleich herrlich wird. Er hat nicht vom gepflasterten Weg geredet, nicht vom Mühelosigkeit und nicht von Sieg über Sieg. Er sagt: Ich bin mitten dabei, wenn ihr auf dem Wege seid. Und noch etwas sagt er seinen Leuten: haltet meine Gebote. Lebt so, dass Ihr vor Gott richtig lebt, dann braucht ihr keine Furcht zu haben.

Das wünsche ich Ihnen, dass Sie Gott mit großen Augen ansehen und in Ihrem ganz persönlichen Alltag dieses Wort für sich persönlich nehmen können: ich will mit dir gehen.

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