/ Wort zum Tag

Lukas 12,28

Bibelvers

„Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!“

Lukas 12,28

Ich war 27 Jahre alt, als ich mit meiner Frau und einem einjährigen Kind für meine theologische Ausbildung nach Deutschland zog. Zuvor hatten wir einige Jahre lang Geld auf die Seite gelegt, um finanziell einigermassen über die Runden zu kommen. Es war für uns eine neue und seltsame Erfahrung, kein regelmässiges Einkommen mehr zu haben, sondern nur noch Ausgaben. Wir wurden automatisch zurückhaltender und vorsichtiger beim Einkaufen. Die Freude über Geschenke – und sei es nur ein Kilo Kaffee oder Zucker – war intensiver als je zuvor. Für uns war die Überzeugung wichtig, dass Gott für seine Kinder sorgt – und zwar auch in materieller Hinsicht. In dieser Zeit lernten wir, Jesus immer mehr zu vertrauen. Wir nahmen die Herausforderung an, die Jesus auch seinen Jüngern zugemutet hatte:

„Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!“ Lk 12,28

Tatsächlich wurde unser Kleinglaube durch die Erfahrungen in Deutschland korrigiert. Wir erlebten, wie Gott für uns sorgte und das oft sehr grosszügig. Doch das ist schon lange her. Seit vielen Jahren bekomme ich meinen Lohn monatlich und kann damit alle unsere materiellen Bedürfnisse bestens bezahlen. Ehrlich gesagt: Ich bin nicht mehr so direkt von Gott abhängig wie damals, denn ich habe genug Geld. Deshalb möchte ich Gott auch nicht mit materiellen Wünschen belästigen. Warum soll ich dafür beten, dass er mir Kleider schenkt, wenn ich sie mir selber kaufen kann? Damit bin ich wahrscheinlich nicht alleine. Die meisten von uns sind so gut versorgt, dass sie sich zumindest in dieser Hinsicht scheinbar nicht ganz auf Gott verlassen müssen. Unsere Herausforderung ist deshalb eine andere: Wir müssen lernen, uns ganz auf Gott zu verlassen und ihm zu vertrauen, obwohl es uns materiell so gut geht,. Wir müssen uns bewusst bleiben, dass es ein grosses Vorrecht und nicht unser Verdienst ist, wenn wir materiell keine Sorgen haben. Unsere Herausforderung liegt darin, unseren Lohn, den wir jeden Monat erhalten, als eine Gabe Gottes zu erkennen und ihm dafür zu danken. Und es ist unsere Aufgabe mit dem, was Gott uns schenkt, verantwortungsvoll umzugehen und mit diesen Gaben Gutes zu tun. Es ist gut möglich, dass Gott unser Geld einsetzen will, um Menschen, die um ihr tägliches Brot bangen müssen, seine Fürsorge zu zeigen.

Eines ist sicher. Sollten Sie in materieller Not sein oder jemals in diese Situation kommen, dürfen Sie getrost sein und wissen, Gott wird für Sie sorgen. Sie werden wunderbare Erfahrungen machen, die Ihr Leben auf eine ganz besondere Weise reich machen werden. Denn es ist so, wie es Jesus gesagt hat: Wenn Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! (Lk.12,28.)

Glauben wir das?

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren