/ Wort zum Tag

1. Korinther 1,20

Bibelvers

Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?

1. Korinther 1,20

Es gibt ein weit verbreitetes Vorurteil gegenüber dem christlichen Glauben: Wer glaubt -  der muss seinen Verstand an der Kirchengarderobe abgeben. Wer glaubt – der weiß nichts. Und wer Bescheid weiß – der braucht nicht zu glauben. Der Glaube ist nur für die Abergläubischen, für die Rückständigen, für die Hinterwäldler und Gegner aller Wissenschaft.

Wie gesagt – das sind Vorurteile. Sie stimmen mit der Realität nicht im geringsten überein. Klar, manchmal haben Christen sich so verhalten, dass diese Vorurteile entstehen konnten. Da spricht man vom blinden Glauben und meint damit, dass man sich am besten gar nicht auseinandersetzt mit den Fragen der Zeit. Und manchmal berufen sich diese Christen auf den heutigen Bibelvers: Die Bibel, so sagen sie, ist nicht mit dem Verstand zu begreifen. Paulus selbst habe gesagt, dass die Weisen und Klugen daran scheitern werden. Ich frage: Was hat Paulus nun wirklich gemeint?

Zunächst eine wichtige Beobachtung: Viele hochintelligente Menschen glauben an Jesus. Wissenschaftler aus allen Disziplinen. Hochschulprofessoren. Künstler. Politiker. Und Ingenieure. Eine exzellente Bildung und eine herausragende Intelligenz stehen nicht im Widerspruch zum christlichen Glauben. Offensichtlich passt das zusammen. Aber von was spricht dann Paulus?

Paulus spricht – und das ist wichtig – nicht allgemein von Gott. Auch nicht von der Bibel. Oder von der Schöpfung oder vom moralischen Verhalten. Er spricht ganz konkret vom gekreuzigten Messias Jesus. Und an diesem gekreuzigten Messias war der hochintelligente Paulus zunächst selbst gescheitert. Er hatte eine der besten theologischen Ausbildungen genossen. Paulus kannte die damalige Bibel auswendig, das Alte Testament. Und nach seiner Logik konnte Jesus nicht der Messias sein. Denn er war gekreuzigt worden. Wenn er wirklich der Messias gewesen wäre, hätte Gott das mit Sicherheit verhindert. Denn das Kreuz und Gott – das passt nicht zusammen. Gott ist mächtig – aber der Gekreuzigte war schwach. Gott tut Wunder – aber der Gekreuzigte wartete vergebens. Gott rettet die Gerechten – aber der Gekreuzigte musste sterben. Und sein Tod war das Urteil Gottes über seinem Leben. Er hatte Gott gelästert, also hatte Gott ihn gerichtet.

Aber als Paulus auf dem Weg nach Damaskus war, da erschien ihm der Auferstandene Jesus. Damit hatte Paulus nicht gerechnet. Das brachte seine ganze Theologie, ja sein ganzes Leben zum Einsturz. Denn nun erkannte er, dass Jesus der Retter Israels war. Und Gott hatte es zugelassen, dass er gekreuzigte wurde. Der schlimme, schandbare Tod am Kreuz wurde von Gott nicht nur zugelassen, sondern zum Wendepunkt der Weltgeschichte gemacht. Zum Heilsereignis für die ganze Welt, ja für die gesamte Schöpfung.

Aber genau das erschließt sich nicht der menschlichen Logik. Das Evangelium von Kreuz und die Auferstehung Jesu sind keine Erfindung der Vernunft. Sie sind Gottes freie Tat. Sie sind nicht gegen die Vernunft – aber höher als alle Vernunft. Und deshalb scheitert daran alles Denken, das sich selbst absolut setzt und zum Maßstab macht. Das hat mit Intelligenz nichts zu tun, denn sowohl dumme als auch intelligente Menschen können sich selbst zum Maßstab für alles andere machen. Aber genau das geht nun nicht mehr. Des Maßstab für alles hat einen Namen – Jesus Christus. Wer das anerkennt und IHM vertraut, der ist wirklich klug. Egal, wie hoch sein Intelligenzquotient ist. Das ist doch eine gute Nachricht für heute Morgen!

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