/ Wort zum Tag

3. Mose 26,5

Bibelvers

"Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.

3. Mose 26,5

Hunger leiden und vom Krieg bedroht sein. Viele kennen das nur noch aus den Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern: Fliegeralarm – Nacht für Nacht das Heulen der Sirenen, aus dem Schlaf gerissen werden, schnell in den Luftschutzkeller, und dann die Angst, wenn die Bomben fielen und ihre Zerstörung anrichteten. Und das andere:

Eine Frau hat mir erzählt, was in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ihr sehnlichster Wunsch war: Einmal wieder ein Butterbrot essen, so dick bestrichen, dass man beim Abbeißen den Abdruck der Zähne sehen kann.

Als ihr eine Arbeitskollegin aus einem Bauerndorf ein solches Butterbrot versprochen hat, da ist sie kilometerweit zu Fuß gegangen, um diesen Genuss zu erleben.

Auch heute gibt es in unserem Land Armut und Kinder, die ohne Frühstück in die Schule kommen. Aber der Normalfall ist das nicht. Das tägliche Brot erscheint ebenso selbstverständlich wie die fast siebzig Jahre Friedenszeit, die wir in unserem Land erlebt haben.

Für das Volk Israel auf dem Weg aus der Gefangenschaft in Ägypten in das von Gott verheißene Land, mitten in der Wüste, war das gar nicht selbstverständlich.

Im 3. Mosebuch, Kapitel 26, Vers 5 lesen wir:

Gott verspricht seinem Volk: „Ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.“ Und weiter heißt es: „Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.“

Für das Volk Israel ist das durch seine Geschichte hindurch der Ausdruck seiner Hoffnung:

Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken – heißt es beim Propheten Micha. Und Gott erfüllt sein Versprechen.

Dann endgültig, wenn Jesus wiederkommt und er den neuen Himmel und die neue Erde schafft. Seine Fürsorge aber erleben wir schon heute. Er schenkt uns Frieden in unserem Land und er versorgt uns mit dem, was wir zum Leben brauchen.

Martin Luther hat es in seiner Erklärung zum Glaubensbekenntnis so ausgedrückt:

„Ich glaube, dass Gott mich mit allem, was nottut für Leib und Leben, reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit“.

Wenn wir so Gottes Fürsorge erfahren, sollten wir an drei Dinge denken:

Erstens:

Gottes Versprechen der Fürsorge und des Friedens im 3. Mosebuch ist an den Gehorsam gebunden. „Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote haltet und tut“, heißt es da. Die Fürsorge Gottes werden wir nur im Glauben entdecken, in einer lebendigen Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus. Wer nicht im Glauben lebt, ist blind für das, was Gott ihm jeden Tag schenkt.

Zweitens:

Die Antwort auf Gottes Fürsorge von Seiten des Menschen ist der Dank. Aber weil das tägliche Brot und die Erfahrung des Friedens so selbstverständlich erscheinen, kennen viele keine Dankbarkeit. Gott aber möchte, dass wir dankbar genießen, was er uns schenkt. Ohne Dank kreisen wir nur um uns selbst, im Danken öffnet sich unser Leben für Gott.

Und drittens:

Wer Gottes Gaben und Fürsorge dankbar empfängt, der wird auch selbstverständlich von dem empfangenen Reichtum weitergeben an die Menschen, die Mangel leiden. Als Jesus auf wunderbare Weise fünftausend Menschen mit Essen versorgt hat, da hat er seine Jünger angewiesen: Gebt ihr ihnen zu essen! Die Jünger haben ausgeteilt, was Jesus ihnen schenkte.

So will er es auch heute machen: Seine guten Gaben sollen durch unsere Hände gehen.

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