/ Wort zum Tag

Hebräer 6,11

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende.

Hebräer 6,11

Ohne Hoffnung kann keiner leben. Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind Geschwister. Weh dem, der keine Hoffnung hat. Die Hoffnung ist das Schwungrad des Glaubens, ja des Lebens überhaupt. Das wusste auch der uns unbekannte Schreiber des Hebräerbriefes. Dort finden wir das Wort zum Tag: „Wir wünschen, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende.“ (Hebr. 6,11)

Die Hoffnung der Christen hat eine Begründung – eine einzige: Das ist Ostern, das ist der auferstandene Christus. Ostern ist die frohe Gewissheit unserer Hoffnung. Ostern ist nicht der Versuch einem alten Kleid einen neuen Flicken aufzusetzen. Ostern ist das Neue, ist der Einbruch Gottes in die Geschichte der Welt und in unsere eigene Geschichte. „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1.Petr. 1,3) lesen wir.

Christen sind Menschen, die eine begründete Hoffnung haben. Menschen, die Christus nicht kennen, hoffen auch. Sie hoffen auf das Fortdauern der jetzigen Verhältnisse, wenn es ihnen gut geht. Oder sie hoffen, dass die Verhältnisse sich ändern, wenn es ihnen weniger gut geht.

„Hoffen wir das Beste!“ Diesen Wunsch höre ich immer wieder und gebrauche ihn auch manchmal selbst. Wenn ich Nachbarn frage, worauf sie 2013 hoffen, dann gibt es ganz unterschiedliche Antworten: „Ich hoffe, dass ich mein Auto durch den TÜV bekomme.“

„Ich hoffe, dass  ich bald wieder eine Arbeit finde.“ „Ich hoffe, dass ich das Abi schaffe.“ Oder: „Ich hoffe, dass es bei uns keine Terroranschläge gibt.“ Das ist alles gut, ist es aber wirklich das Beste? Für viele Menschen ist Hoffnung der Wunsch, dass die Zukunft sich so gestalten möge, wie man sie sich wünscht.

Was haben wir Christen einer Welt zu sagen, die ständig schwankt zwischen Resignation und Illusion, zwischen Enttäuschung und Traumvorstellungen? Wir zählen nicht auf, was wir alles erwarten, sondern auf wen wir warten, wer unsere Hoffnung ist. Seit Jesus auferstanden ist, gibt es ein Datum in der Weltgeschichte ohne Vergleichsmöglichkeiten. Seitdem ist die Zukunft nicht in die Hände der Menschen gelegt, sondern in die Hände des Wiederkommenden. Wir warten auf IHN. Christus selbst ist unsere Hoffnung.(Kol.1,27) Mit Eifer sollen wir daran festhalten. Wer auf Jesus hofft, braucht nicht mehr das Leben auszupressen wie eine Zitrone. Unser jetziges Leben verliert den Charakter der Endgültigkeit. Der auf Christus Hoffende wird sich nie abfinden mit den Gesetzen und Zwangsläufigkeiten dieser Erde. Er wird sich nicht abfinden mit der Unausweichlichkeit des Todes und damit, dass immer wieder Böses geschieht. Nicht die gegebene Wirklichkeit bestimmt die Tagesordnung, sondern der lebendige Christus.

Hoffnung macht die Gemeinde Jesu zum Quellort immer neuer  Impulse für die Verwirklichung von Liebe , von Recht und Freiheit auf dieser Erde. Friedrich von Bodelschwingh war davon überzeugt, dass Jesus zu seinen Lebzeiten wiederkommt. Das hinderte ihn aber nicht daran, eines der großartigsten Diakoniewerke der Gegenwart in Gang zu setzen. Sein Grundsatz war: „Jede echte Hoffnung gestaltet die Gegenwart.“ Der Herr, der uns die lähmende Sorge um die Zukunft nimmt, verwandelt sie in Kraft. Er vertröstet uns nicht aus dem Jenseits, sondern tröstet uns aus dem Jenseits. Brauchen wir noch mehr Rückenwind für unseren Weg in die Zukunft als das Wissen um die Auferstehung Jesu? Wer diesen Rückenwind kennt, lässt sich nicht im Wartesaal der Zukunft nieder und hofft auf bessere Tage. Er betet: „Dein Reich komme, wie es im Himmel ist, so auch auf Erden. Dein Wille geschehe, wie er im Himmel geschieht, so auf Erden“.


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