/ Wort zum Tag

Micha 6,8

Bibelvers

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Micha 6,8

Das Bibelwort für heute stammt von dem Propheten Micha. Es ist kurz und klar: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ So einfach ist das? Ja, so einfach ist das! Sagen wir es mit unseren Worten: Die Bibel täglich lesen und davon unseren Alltag bestimmen lassen. Dann wird die Liebe, die Gott uns durch Jesus Christus erwiesen hat, unser Leben und unseren Umgang mit unseren Mitmenschen prägen. Wir werden oft an unsere Grenzen kommen und unser Versagen vor Gott bekennen müssen. -  Soweit die Theorie. Aber ist das auch die Praxis unseres Alltags? Die Schwierigkeiten fangen doch schon beim täglichen Lesen der Bibel an.

Ich bewundere die Menschen, die die Bibel lesen wie einen Roman. Sie fangen mit 1. Mose 1,1 an: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Dann brauchen sie 6 oder 8 Jahre, lesen ein Kapitel nach dem anderen und schließen ihre Bibellese mit Offenbarung 22,20.21 ab: „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, ja, komm Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ Wie gesagt: Ich habe die Menschen bewundert, die die Bibel so lesen konnten. Ich habe das nie versucht und schon gar nicht geschafft. Ich habe mich an die Bibellese-Hilfen des Bibellese-Bundes gehalten oder seit vielen Jahren an die Oekumenische Bibellese, einen gemeinsamen Bibellese-Plan der evangelischen und katholischen Kirchen und Gemeinden. Man findet ihn in den Losungen der Herrnhuter-Brüdergemeinde oder im freikirchlichen Kalender „Wort für heute“, in dessen Redaktion ich einige Jahre die Freien evangelischen Gemeinden vertreten habe. Es hat gut getan, vorgegebene Bibelabschnitte erklärt zu bekommen und jeden Tag darüber nachzudenken. Aber damit ist es ja nicht getan. Es geht nicht nur darum, das Wort Gottes zu lesen, sondern meinen Alltag davon prägen zu lassen. Manchmal erinnert mich Gott im Laufe des Tages daran: Was hast du heute Morgen gelesen? Ich kann dann zu ihm sagen: „Danke, Herr, für die Erinnerung an deine Worte. Ich werde es so machen, wie du sagst.“

Die Folgen hat der Prophet Micha mit zwei Worten beschrieben: „Liebe üben“. Nicht nach dem Motto leben: „Wie du mir, so ich dir“. Muss man sich denn alles gefallen lassen? Nein, keineswegs! Aber man muss nicht mit gleicher Münze heimzahlen. Die Liebe gibt unerwartete, manchmal umwerfende Antworten. Die Liebe, die Gott uns durch Jesus Christus erweist, macht uns fähig, auf Böses mit Liebe zu reagieren. Wer von der Liebe Christi geprägt ist, kann auf Angriff mit Zuwendung reagieren. Da können wahre Wunder geschehen.

Vielleicht denken Sie jetzt: Das schaffe ich nie. Und ob der Gerhard Hörster das schafft,

weiß ich auch  nicht. Der  hat gut reden. Der lebt jetzt im Ruhestand und kann Konflikten und unangenehmen Menschen aus dem Weg gehen. Aber wie ist das in seinem Berufsleben gewesen? Hat er keine Konflikte erlebt? Ist er ihnen aus dem Weg gegangen? Allen Menschen in Liebe begegnet? Nein, das habe ich nicht geschafft. Ich konnte meinen  Studenten nicht nur angenehme Dinge sagen. Ich musste sie korrigieren und manchmal zurechtweisen. Deswegen habe ich allen Grund, demütig vor Gott zu sein und ihn zu bitten: „Vergib mir, wo ich an mir anvertrauten Menschen schuldig geworden bin.“ Wo es möglich ist, bitte ich auch diese Menschen um Vergebung. So versuche ich, Gottes Wort zu halten, Liebe zu üben und demütig zu sein vor meinem Gott.  

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren