/ Wort zum Tag

1. Korinther 8,6

Bibelvers

"Wir haben einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn."

1. Korinther 8,6

Das Wort, das nie irren kann, ist das Wort zu Gott hin, das Gebet, nicht das Wort über ihn.

Dieser Gedanke von Fulbert Steffensky begleitet mich schon eine Weile. Das ist doch großartig! Ich muss nicht alles verstehen, aber ich darf fragen, reden, schreien, bitten zu Gott hin. Gott selbst beginnt das in mir. Es ist dieselbe Kraft des Vertrauens in mir, das auch damals in Jesus sichtbar und erlebbar geworden ist.  Mein Vertrauen ist darum auch heute von ihm angestoßen.

Steffensky fügt noch hinzu: Glauben heißt, sich dem Geheimnis des Lebens anzuvertrauen, obwohl man es nicht entziffern kann.

Paulus versucht im 1. Korintherbrief, Kapitel 8, Vers 6, dieses Vertrauen in eine Formel zu fassen. In ein Wort über Gott: „Wir haben einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn“.

Es ist ein Versuch.  Der Verstand darf nicht zu kurz kommen.  Also: Wir  z u  Gott hin. Wir

d u r c h Jesus. Gott ruft ins Leben und er fängt es auf. Mittendrin wirkt er durch das, was er in Christus angefangen hat.

Paulus sucht, wie man dem Staunen über Gott Worte verleihen kann. Vorläufig – und so weit, dass das Vertrauen sich vorwagen kann. Der Verstand redet über Gott. Bei Paulus wird er Geburtshelfer des Redens hin zu Gott. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Rätsel des Lebens lösen wir mit dem Verstand. Geheimnisse sind etwas anderes.  Im Einflussbereich Christi wird das Gebet benützt werden. Aber das Beten und der Verstand geraten hier nicht in Streit.

Ich frage eine Ärztin nicht zuerst, ob sie vor der Diagnose gebetet hat. Sie soll genügend Sachverstand haben und ihn anwenden! Rätsel, die gelöst werden und dann aufhören rätselhaft zu sein. Verstand, der eingesetzt wird, um Rätsel zu lösen.

Gibt es dann keine Geheimnisse des Lebens mehr, wenn der Verstand alles nur noch zu Rätseln macht, die man zu lösen hat ?

Paulus widerspricht.

Niemand muß 1000 Rätsel lösen, damit das Herz fest wird. Christus ist das Geheimnis Gottes!

Ein Geheimnis muss ich nicht verstehen. Ich kann es unergründlich, wie es ist, stehen lassen. Ich kann einfach aus dem Geheimnis Christi leben. Ich kann die Macht, die darin steckt, respektieren. Ich kann die Angst, die es auslösen mag, weil ich’s nicht im Griff habe, verlieren. Ich muss nicht mehr alles im Leben erklären können. Ich kann immer neu fragen und gelange in die Tiefe mit jener Haltung, die von Ehrfurcht geprägt ist.

Wer um Geheimnisse weiß, bleibt auch suchend. Er findet tiefer ins Geheimnis hinein, aber nie so, das alles geklärt, alles gesagt ist.

Es ist vielleicht einfacher, kindlich von Gott zu reden: Jesus - dein bester Freund. Ja. Aber in der Sprache der Erwachsenen von Christus zu reden? Erwachsene sind ja kraft ihrer Erfahrungen geradezu zum Misstrauen verdammt. Und sehr scheu und hilflos. Hilflos, ob da ein Gott sei, den die Seele fassen kann.

Und er ist mit seiner Lebensmacht nun neben uns und unter uns: Greifbar nah. Gebetsnah. Das ist das Geheimnis, das für alle offen ist. Ich lasse es an mir geschehen. Ich setze mich ihm aus. Ich überlasse mich dem Geheimnis mit Ehrfurcht. Ich staune. Ich feiere es im Gottesdienst.

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