/ Wort zum Tag

Lukas 1,31.33

Bibelvers

Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

Lukas 1,31.33

Eine ungeplante Schwangerschaft bringt alles durcheinander. Bei einem jungen, unverheirateten Mädchen ganz bestimmt. Das ist heute nicht anders als früher, so sehr sich manches an Rahmenbedingungen geändert hat. „Du bist schwanger!“ Die Nachricht, die für viele Frauen lang ersehnt ist, die große Freude hervorruft, bringt für andere Bestürzung mit sich. „Was soll ich nur tun? Was werden die Leute sagen? Wie soll ich das schaffen? Und was wird mein Freund dazu sagen, wird er zu mir stehen?“ Noch schlimmer: Der Freund, der Verlobte ist gar nicht mal der Vater - aber wer ist der Vater?
Die Ankündigung der Geburt Jesu bringt alles durcheinander. Marias gesamte Lebenspläne werden über den Haufen geworfen. Auf einem Gemeindewochenende neulich versuchten wir, uns in Maria hineinzuversetzen. Zunächst einmal: Wie ist das, wenn ich einem Engel begegne? Die Reaktionen können ganz unterschiedlich sein. „Klasse, ich wollte schon immer mal einen Engel sehen! Und jetzt kommt einer direkt zu mir!“ Oder aber: „Was will der bloß von mir? Eben war ich noch ganz normal in meinem Alltag, und jetzt kommt der und grüßt mich so ungewohnt? Ist das überhaupt wahr - oder träume ich?“
Und dann die Nachricht: „Schwanger? Das passt mir aber noch gar nicht!“ „Was wird wohl Josef dazu sagen?“ Soll Maria es ihm gleich sagen oder erst einmal geheim halten? Gar nicht so einfach, die Situation, in die der Engel Maria da bringt. Oder vielmehr: In die Gott sie bringt. So radikal und so deutlich wie bei Maria passiert das nicht bei jedem. Und doch: Dass ich mich in einer Situation wiederfinde, die ich mir selber nie ausgesucht hätte, das kenne ich auch. Und manchmal frage ich mich: „Was will Gott mir damit sagen? Warum ausgerechnet ich? Wie soll ich damit jetzt umgehen?“ Bei manchen ist es eine Schwangerschaft. Bei anderen aber eine Krankheit. Oder eine Veränderung bei der Arbeit: Mancher verliert den sicher geglaubten Job. Einer anderen bietet sich eine faszinierende neue Aufgabe - aber dafür muss sie das Alte verlassen, die Heimatstadt, vielleicht sogar das Land, sich auf eine andere Kultur einlassen. Anderen zerbricht eine Beziehung oder das Kind geht Wege, die den Eltern Schmerzen bereiten. Ganz unterschiedlich kann es sein, wie Gott in mein Leben eingreift, die gewohnten Bahnen versperrt und Neues öffnet.
Ich will wie Maria lernen, mich auf das ganz Neue einzulassen: „Siehe, ich bin des Herrn Magd. Mir geschehe, wie du gesagt hast“, so überliefert uns Lukas die Antwort der Maria. Die kommt aber erst, nachdem sie auch die Verheißung dazu gehört hat.
Nicht irgendein Kind ist es, das sie bekommen wird. Es ist der Sohn Gottes. Der König, der Nachfolger Davids. Maria wird sich sicherlich sehr gewundert haben, dass ausgerechnet sie dies Königskind bekommen soll. Aber dann hat sie die große Hoffnung und das wunderbare Versprechen darin gesehen: „Maria, Gott will dich gebrauchen. So, wie du bist, als einfache junge Frau braucht er dich, damit sein Sohn Mensch wird.“ Darauf hat sie sich eingelassen, durch alle Schwierigkeiten hindurch. Sie hat ihn nicht immer verstanden, ihren Sohn. Sie hat gelitten, als er leiden und sterben musste. Aber irgendwann hat sie es begriffen: Der Engel damals, der hatte Recht. Jesus ist der Sohn Gottes, der Herrscher. Er ist nicht im Tod geblieben.
Und so gehörte Maria schließlich zur ersten Gemeinde, zur Keimzelle des neuen Volkes Gottes, das in Jesus den Herrn und Heiland verehrte.

 

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