/ Wort zum Tag

1. Thessalonicher 5,28

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Im 1.Thessalonischerbrief Kapitel 5 Vers 28 steht :“Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!“.
Das Wort „Gnade“ elektrisiert mich- es löst sofort Gefühle in mir aus, positive Emotionen, Gefühle der Freude und der glücklichen Hoffnung. Ich weiß und spüre: das Wort Gnade rührt meinen Glauben an seiner tiefsten Stelle an; denn ich lebe aus der Gnade, nur aus der Gnade- das ist mein Glaube.  Die Gnade hat mich einst errettet, als ich mich in tiefster Not der Sünde und Schuld und des Versagens befand, als mein Leben verloren zu gehen schien. Da begegnete mir Jesus, die Gnade Gottes, der mich bedingungslos annahm und mir neue Zuversicht und Hoffnung schenkte. Ich war ein Bettler und wurde durch die Gnade reich beschenkt; es war dunkel in mir und die Gnade erhellte plötzlich mein Leben. Es war und ist die Gnade Gottes  am Kreuz von Golgatha, Jesus, für mich gestorben und auferstanden, der mich ohne Gegenleistung annahm, ohne irgendeine Bedingung meine Schuld auslöschte und mich mit Gnade überschüttete. Die Gnade ist umsonst, ein Geschenk, das ich nur anzunehmen brauchte, und der Himmel stand offen. - Klar, dass ich nur noch eins wollte: diese Gnade in unserer dunklen Welt aufleuchten zu lassen. Das war dann und ist mein Leben, meine Berufung und auch mein Beruf, bis heute: ich will nur noch die Botschaft von der grenzenlosen Gnade verbreiten- sonst nichts.

Zu meinen Lieblingsliedern gehört deshalb “Amazing grace“, „wunderbare/ bewundernswerte Gnade“, gehört. Es stammt von John Newton, der Kapitän eines Sklavenschiffes war. Am 10.Mai 1748 geriet er in schwere Seenot und schrie zu Gott um Erbarmen. Er wusste, welch große Schuld auf ihm lastete, welche Verbrechen er an den Menschen, insbesondere an den zur Sklaverei bestimmten Afrikanern begangen hatte. Er wusste wohl auch, dass er dafür von Gott zur Verantwortung gezogen werden würde. Gott hörte sein Schreien und ließ ihn seine überschwängliche Gnade spüren, die Vergebung aller Schuld um Jesu Christi willen. Er wurde ein neuer Mensch und kannte fortan nur ein Thema in seinem Leben: die Gnade Gottes und den Lobpreis der Gnade. Er gab seinen Beruf auf und wurde Pfarrer in England, wo er bis zum Ende seines Lebens im Segen wirkte, die Gnade Gottes in Jesus predigend und lobpreisend. Und durch dieses Lied von der wunderbaren Gnade Gottes wirkt er bis heute und weist Sündern den Weg zur Gnade Gottes, zu Jesus Christus. Die Gnade wirkte sich auch praktisch bei ihm aus: gemeinsam mit William Wilberforce bekämpfte er die Sklaverei weltweit und bewirkte dadurch, dass sie später weltweit geächtet wurde.
Paulus legt seinen Lesern in Thessaloniki die Gnade ans Herz und weiß dabei aus eigener Erfahrung: selbstverständlich ist sie nicht, oft ja auch nicht bei erfahrenen und gestandenen Christen; denn es ist unsere menschliche Natur, dass wir vom Leistungsdenken geprägt sind und diese tief sitzende Neigung auch auf unser Verhältnis zu Gott übertragen; wir möchten aus eigener Kraft Gott gefallen und aus eigener Kraft etwas für ihn tun. Keine Frage, dass wir damit immer wieder auf die Nase fallen. Dann kommt plötzlich die Frage hoch: kann ich immer wiederkommen mit derselben Schuld? Ist Gottes Gnade wirklich so allumfassend, tief und ohne jede Einschränkung? Ja: die Gnade gilt immer und in allen Fällen; denn ich kann als Christ nicht aus der Gnade fallen; ich darf immer wiederkommen mit dem gleichen Versagen und Verschulden- auch heute. Die Gnade Jesu kennt keine Einschränkung und keine Begrenzung.
Wenn mein Leben sich einmal dem Ende zuneigt, dann zählt allein die Gnade und sonst nichts. Dann sind wir alle Bettler, die ihre leeren Hände ausstrecken und sich mit der Fülle der Gnade die Hände füllen lassen. Ich möchte Ihnen heut diese Gnade zusprechen: Sie brauchen nur die ausgestreckten, leeren Hände und ein kurzes Gebet kann diese Hände mit Gnade und Vergebung füllen. Da reicht dann ein altes schwäbisches Glaubenswort:“ O Herr: da kommt ich armer Sünder her, der gern um`s Lösegeld selig wär“.
George Bernanos schildert in seinem Roman „Tagebuch eines Landpfarrers“ einen jungen Pfarrer in seiner ersten Gemeinde, der sich abrackert und kaum Erfolge aufzuweisen hat; immer wieder scheitert er. Er stirbt jung an Krebs und weiß dann am Ende nur das eine:“ Was macht das alles schon aus? Alles ist Gnade“.
Ich wünsche Ihnen heute den Lobpreis der Gnade.


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