/ Wort zum Tag

Psalm 40,4

Bibelvers

er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen.

Psalm 40,4

In Psalm 40 Vers 4 steht:“ Der Herr hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott“.

Der ehemalige Landesbischof der hannoverschen Landeskirche, Hanns Lilje, erinnert sich in seinem Buch „ Im finstern Tale“:“ Es war Sonntag, der 20. August 1944- mein 45. Geburtstag, im Gefängnis der Gestapo. Der Tag war von jener blendenden Majestät, wie ich ihn mir für diesen Tag gewünscht hatte. Da hörte ich plötzlich aus einem Fenster im andern Gefängnisflügel jemanden hallend über den Platz pfeifen: Wer nur den lieben Gott lässt walten…. Wie elektrisiert sprang ich ans Fenster und antwortete, sobald der unbekannte Christ drüben das Lied beendet hatte: O dass ich tausend Zungen hätte….Wir wechselten pfeifend noch je eine Strophe, bis drüben der Wachposten mit polterndem Lärm ein Ende machte und auch der Posten auf meinem Gang nahte. Da begannen in der Ferne die Glocken zu läuten; ich versuchte, am Stande der Sonne die Uhrzeit zu erraten, und dann feierte ich mit der Gemeinde den Gottesdienst.“ Wir können leicht nachvollziehen, wenn Christen Gott loben und preisen in Zeiten, in denen es ihnen gut geht, sowohl geistlich als auch materiell. Das beobachte ich auch an mir. Wie fröhlich und aus vollem Herzen singen wir Loblieder mit der Familie oder in unserem Hauskreis oder auch allein am Schreibtisch oder im Auto, wenn so richtig alles rundherum stimmt. Dann möchte ich auch gerne andere Menschen ermuntern, in meinen Lobpreis einzustimmen. In mir regt sich dann das Gefühl: wie schön ist es doch in dieser Welt, der wunderbaren Schöpfung Gottes, als ein erlöstes Kind Gottes zu leben, zu arbeiten und für Jesus tätig zu sein. Aber ist das das neue Lied, das Gott mir in den Mund gelegt, um ihn zu lobpreisen? Ich denk an Paulus und Silas im Gefängnis zu Philippi, die um Mitternacht Gott mit lauter Stimme lobten und priesen, obwohl es ihnen so schlecht ging, sie voller Schmerzen und Qualen waren und außerdem noch relativ erfolglos in Phillipi gewirkt hatten. Da wird mir deutlich: der Lobpreis in der Nacht meines Lebens, der Lobgesang im Leid, in der Furcht und in den Ängsten meines Lebens, das ist das neue Lied, das Gott mir in den Mund gelegt hat; es ist ein Lied, das aus Dunkelheiten, Sorgen und Ängsten hervorbricht und mich zu einer neuen Hoffnung führt, zu neuem Glauben und Vertrauen. Das ist das neue Lied, das Gott in uns erweckt, das neue Lied mitten in der Dunkelheit der Nacht. Dieses neue Lied führt dann dazu, dass der Gefängnisaufseher sich bekehrt und sich mit seinem ganzen Hause taufen lässt. Ich möchten Ihnen heute Mut machen, in den Tiefen Ihres Lebens den Lobpreis nicht verstummen zu lassen, sondern im Gegenteil neu erklingen zu lassen. Ich weiß aus viel bitterer Erfahrung, dass das Klagen mir dann eher gelingt und viel näher liegt. Manchmal greife ich dann zum Gesangbuch und singe Lieder laut oder in meinem Herzen, die von der Freude im Leid, von Trost und Hoffnung singen und erlebe dann: ich beginne langsam, mehr und mehr Gott zu loben, zuerst verzagt und dann immer lauter und vernehmlicher. Bei Paulus und Silas heißt es: „Und es hörten sie die Gefangenen“, und ich möchte dann auch nichts anderes, als dass andere Menschen in meinen neuen Lobpreis einbezogen werden und getröstet werden. Bei einem Hausbesuch vor einigen Jahren zeigte man mir die Bibel des verstorbenen Großvaters, der Presbyter/Kirchenvorsteher gewesen war. Auf einer leeren Seite fand ich ein Gebet: der Vater beklagte seinen 17 jährigen Sohn, der noch kurz vor Kriegsende gefallen war. Er richtete seine Trauer, seine Klage, sein Leid betend zu Gott, ja, er klagte ihn fast an; es war sein einziger Sohn. Dann aber ging sein Klagen langsam über in die Hoffnung der Ewigkeit und mündete dann in den Lobpreis Gottes ein. Das, liebe Christen, ist der Lobpreis des Christen, der aus der Tiefe kommt; einen anderen Lobpreis kenne ich nicht. Möge Ihr Lobpreis heute vor Gott und den Menschen vernehmlich werden.

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