/ Wort zum Tag

Kolosser 3,1

Bibelvers

Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.

Kolosser 3,1

Gut, dass es den Sonntag gibt. Er hilft uns heraus aus dem Wochentrott zu einer anderen Perspektive. Es gibt noch anderes als den Stress von Schule, Arbeit und Terminkalender. Am Sonntag kann man, soll man Atem holen, sich öffnen für die dritte Dimension neben Raum und Zeit, für die Ewigkeit. Gottesdienste sind die besten Orte dafür.
Die heutige Losung will uns aber noch einen Schritt weiter führen. Sie lautet: „Seid ihr mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“
Hier geht es nicht nur um Innehalten und den Blick wechseln. Hier wird uns eine neue Lebensausrichtung angeboten. Sucht, was droben ist.
Einer, der das beispielhaft vollzog, ist der China-Missionar Hudson Taylor. In seiner Ausbildungszeit besaß er nicht viel Geld. Ein Ire bat ihn um einen Besuch bei seiner sterbenden Frau. Er habe kein Geld, den katholischen Priester zu holen. Es reiche nicht einmal für Essen und Medizin. Taylor solle mit ihr beten. Sofort kam Hudson Taylor in den Sinn, dass er nur noch eine Münze besaß, etwa fünf Euro wert. Daheim aber hatte er nur noch Essen für den Abend und das nächste Frühstück. Er wollte mit der Frau beten und brachte kein Wort heraus. Gott machte ihm klar: Vertraue auf mich und gib dieser Familie dein letztes Geld. Da gab er dem Mann das Geldstück. Freude kehrte in sein Herz ein, er konnte beten und auch die Frau wurde später gesund. Nach Hause gekommen erinnerte er Gott an sein Wort. „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn“ (Spr.19,17). Er schreibt: Ich bat Gott, nicht zu lange von mir zu leihen, ich hätte sonst kein Mittagessen. Am nächsten Morgen kam - ganz ungewöhnlich - ein Brief ohne lesbaren Absender. Er enthielt ein Geldstück, etwa 20 Euro wert.
Hudson Taylor rief: Dem Herrn sei Dank. Vierhundert Prozent für 12 Stunden Anleihe - das ist ein gutes Geschäft. Und er beschloss, dieser Himmelsbank, die solche Zinsen zahlt, von da ab voll zu vertrauen. Sucht, was droben ist, da Christus ist sitzend zur Rechten Gottes.
Mir geht diese Geschichte immer wieder nach, besonders auch jetzt in der sich beschleunigenden Euro-Krise. Wo lege ich mein weniges Geld gut an? Was ist krisensicher, Gold, Aktien, Immobilien? Wie halte ich es mit dieser „Himmelsbank“? Paulus fährt ja nach dem Losungswort fort: Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Und Jesus sagt: Sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Was in Beziehungen, in Kinder, vor allem aber auch ins Reich Gottes investiert wird, kann die Inflation nicht fressen und die Politik nicht wertlos machen.
Aber dazu braucht es diesen neuen Sinn, diese neue Lebensausrichtung, die Paulus offenbar von lebendigen Christen erwartet und die noch lange nicht Allgemeingut der Christenheit ist. Wieviel meinen wir, dass wir hier nicht dringend nötig haben!
Das heißt nicht, dass Paulus die sinnvolle irdische Vorsorge für überflüssig hält. An Timotheus schrieb er als der Winter nahte: Den Mantel, den ich in Troas ließ, bringe mit, wenn du kommst (2.Tim.4, 13). Und Besitz zu haben hält er für gut. So kann man den Armen abgeben.
Wozu er uns im Namen Jesu Christi helfen will, ist, dass wir unser Herz nicht dran hängen. Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes!
Weil Jesus Christus uns mit seinem Sterben den Frieden mit Gott und mit seinem Auferstehen das Leben bei Gott geschenkt hat, sind wir ihm verbunden und können uns an ihn allein hängen. Das kann uns frei und froh machen, was droben ist zu suchen.
 

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