/ Wort zum Tag

1. Korinther 9,16

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Lieber Paulus,

wer oder was macht dir so einen Druck, dass du sagst: „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“ Warum diese Aufregung?
Für Paulus ist das Evangelium nicht nur persönlich wichtig, sondern lebensnotwendig für alle Menschen. Die lebensrettende, befreiende Botschaft des rettenden Evangeliums von Jesus Christus darf keinem vorenthalten werden. Mission ist nicht eine lästige Veranstaltung zur Bekehrung von Leuten, die das Ganze nicht wollen, sondern eine dringende, ganz persönliche Mitteilung, dass sich an unserem Status, an unseren Lebensverhältnissen etwas grundlegend verändert hat.

Gott will uns frei machen. Das Angebot der Befreiung gilt jedem.

Im Römerbrief macht Paulus das deutlich, wenn er sagt: „Ich bin ein Schuldner der Griechen und der Nicht-Griechen“. Was schuldet er ihnen? Kein Geld, sondern das Evangelium. Es ist nicht etwas, das postlagernd aufbewahrt wird und abgeholt werden soll. Es muss zugestellt werden. Wer die Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus für sich behält, unternimmt eine Unterschlagung. Deshalb sagt Paulus: „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“ Das Geschenk der Gnade Gottes darf ich nicht für mich allein in Besitz nehmen, sondern habe es mit anderen zu teilen.
Was für ein Verständnis des Evangeliums! Es ist weder Privatsache noch eine persönliche Überzeugung, sondern ein Geschenk. Und wer es bekommen hat, der soll es weitergeben. Wer es gehört hat, soll es weitersagen.

Wie haben wir diesen missionarischen Auftrag oft völlig verdunkelt und zur Belanglosigkeit gemacht, ja mit einem falschen Akzent versehen! Wir sollen nicht Menschen für uns, für die Kirche, für ein Werk, für einen Verein gewinnen, sondern weitergeben, dass die Tür zum Reich Gottes offensteht und jeder eingeladen ist. Umkehr heißt: sich nun ausrichten auf diese Botschaft. Antworten und Schritte auf Jesus zugehen. Es kann mir nicht egal sein, wenn Menschen in die falsche Richtung gehen. Ich darf nicht schweigen. Wer nichts hört, kann sich auch nicht neu orientieren. Der Glaube kommt aus dem Hören auf das Wort Gottes. Gilt dieses: „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“ nur dem Paulus? Bei ihm spüren wir diese Liebe zum Verlorenen. Die Befreiung, vom falschen Weg heruntergeholt worden zu sein. Sein Leben neu ausrichten zu können. Das ist etwas, was er anderen nie und nimmer vorenthalten kann, darf und will. Das „Wehe mir“ ist kein Zwang, unter dem Paulus steht, weil Gott es von ihm fordert, sondern es kommt aus der Erfahrung des großen Geschenkes, das ihm widerfahren ist, das er einfach nicht für sich behalten kann. Ja, es käme ihm geradezu unanständig vor, wenn er diese Botschaft nicht weitergäbe.

Für uns heißt das heute, eine authentische und fröhliche Einladung zum Vertrauen auf Jesus auszusprechen. Ich darf nicht schweigen. Dabei geht es nicht so sehr um meinen eigenen Glauben. Der ist für andere wahrscheinlich gar nicht so interessant. Es geht nicht darum, Menschen an uns zu binden, sondern sie mit dem Evangelium von Jesus Christus in Verbindung zu bringen. Bei ihm finden sie die offene Tür zur Befreiung auch ihres Lebens.


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