/ Wort zum Tag

Jesaja 6,5

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.

Jesaja 6,5

„Sie haben schöne Lippen!“  Die junge Frau erschrak ein wenig, als ich sie in mein Seel-sorgezimmer bat, um ihr das zu sagen. Aber als ich weiterredete, merkte sie, daß dieser Satz nicht die Anmache eines Mannes war, sondern daß ich ihr einen Kontrast aufzeigen wollte.
Die Dame war mir nämlich in der Freizeitgruppe durch einen krassen Widerspruch aufgefallen: Einerseits hatte sie ihre Lippen grellrot geschminkt. Andererseits missbrauchte sie mit diesen schönen Lippen unangenehm oft den heiligsten Namen, den ein Mensch nennen kann, den Namen des Dreieinigen Gottes.

Als ich behutsam versuchte, der jungen Frau diesen Kontrast klar zu machen, war sie betroffen. Aber es brannte sich ihr tief ein, daß man Lippen zwar vorzeigen darf. Daß sie uns jedoch vom Schöpfer als kostbares Gut anvertraut sind. Vor allem  zur Übermittlung guter Nachrichten. Und daß man dieselben Lippen verunreinigen kann.
Zum Beispiel durch Lügen, durch Beleidigen anderer Menschen und üble Nachrede.

Und dadurch, daß man den Gottesnamen lästert oder auch nur gedankenlos ausspricht.
Das zweite der Zehn Gebote ist ja das einzige, dem die Strafandrohung beigefügt ist, daß der Herr den nicht ungestraft läßt, der seinen Namen missbraucht.

Heute werden wir im WORT ZUM TAG mit Jesaja in das damals heiligste Gebäude der Welt versetzt: Im Tempel von Jerusalem sieht der Prophet einen Zipfel der Herrlichkeit des heiligen Gottes. Und er sieht heilige Engelwesen.
Der Kontrast zu ihm, dem Sünder, könnte nicht größer sein. Jesaja kann nur noch schreien: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unrein! 

Nun ist erstaunlich, daß ihm bei dieser Unreinheit nicht zuerst seine Hände einfallen, mit denen er in seinem Leben bestimmt Unreines getan hatte. Oder seine Füße, die ihn an unreine Orte getragen haben werden. Oder sein Bauch, seine Augen, seine Ohren. Sondern der Prophet erkennt zuerst seine Lippen als unsauber. Denn, so denke ich, Lippen stehen für Beziehungen. Für Kontakte, die rein oder unrein sein können.

Genauso verhält es sich bei mir und wohl auch bei Ihnen: Was in unserem Kopf vorbereitet wird, gelangt über unsere Lippen hinaus zu unsren Mitmenschen.

Wohl uns, wenn unsre Lippen einem Geängstigten Trost spenden. Eine Beleidigte um Vergebung bitten. Suchenden Menschen das Evangelium von Jesus bringen. Wenn unsre Lippen täglich dem Dreieinigen Gott Worte der Liebe sagen.
Und zwar inmitten unsres Volks, das – wie damals Jesajas Volk – unreine Lippen hat. Das fast erstickt in einem Sprachbad von Geschwätz, Comedy und Gottlosigkeiten.

Aber, wie können wir als unreine Menschen sauber und heilig werden?
Wir müssen genau so wenig wie Jesaja vergehen vor der Reinheit Gottes. Selbst dann, wenn unsre Sünden blutrot wären.
Damals, im Jerusalemer Tempel, flog ein Engel zum Altar. Er holte mit einer Zange eine glühende Kohle und brannte Jesajas Unreinheit einfach weg - durch ein brennendes Opfer Gottes.

Dies ist auch der Schlüssel für uns: Unser Altar ist seit Jesu Opfer der Hügel Golgatha. Am Kreuz entsteht unsere Reinigung.  Durch die brennende Liebe des Heilandes.
Diese Liebe erfasst unser Inneres. Und auch unser Mund - als die Nahtstelle unserer Kommunikation - wird durch Jesus geheilt.
Friede darf sich ausbreiten aus unserem Herzen heraus- über unsere Lippen. Auch zu unseren heutigen Gesprächspartnern. 
Das Schönste ist natürlich die Vorfreude auf später, wie sie auf Kierkegaards Grabstein gemeißelt ist: Die Freude, einst „ewig, ewiglich mit Jesus zu sprechen.“
 


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