/ Wort zum Tag

Psalm 109,31

Bibelvers

"Er steht den Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen."

Psalm 109,31

Es ist erschreckend, was ich in Psalm 109 lese. Warum nur tun sich Menschen so etwas an? Da meint es jemand nur gut, und was ist der Dank dafür?! Hass, Verleumdung, ja sogar Morddrohungen. Unfassbar. Der Psalmbeter beschreibt seine Lage folgendermaßen: „Sie bekämpfen mich ohne jeden Grund. Für meine Liebe klagen sie mich an, obwohl mein Gebet ihnen galt. Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, und meine Liebe mit Hass.“ Es fällt mir schwer, mich in die Situation des Psalmbeters hineinzuversetzen, weil ich solch heftige Anfeindungen nie erlebt habe. Aber ich merke, dass mich das Schicksal des Armen, der es doch nur gut meinte, nicht unberührt lässt. Wenn jemand derart ungerecht behandelt wird, kann ich das nur schwer ertragen. So kurz vor Weihnachten möchte man damit lieber gar nicht konfrontiert werden. Dann tröste ich mich damit, dass ja Gott dem Armen zur Rechten steht, und ER ihm helfen wird, von denen, die ihn verurteilen wie es im Psalm 109 heißt.

Doch dürfen wir uns damit aus der Affäre ziehen? Nach dem Motto: Jeder muss selber sehen, wie er klar kommt. Psalm 109 lässt mir einfach keine Ruhe – und ich denke, das ist gut so. Ich versuche zu verstehen, warum das Gute so oft mit Bösem vergolten wird. War das, was der Psalmbeter gut meinte, vielleicht das Gegenteil von gut?! Denkbar, dass er das, was in der Vergangenheit passiert war, völlig falsch beurteilte?!

Sicherlich tun wir gut daran, in Konfliktfällen beide Seiten zu sehen. Wenn ausgerechnet kurz vor Weihnachten Liebe in Hass umschlägt, gibt es dafür sicherlich Gründe. Alte Verletzungen brechen auf! Längst überwunden geglaubte Geschichten werden wieder hervorgeholt! Unvergebene Schuld wird zum späten Fluch. Unausgesprochene Schuldzuweisungen münden plötzlich in verbale Gewalt. Und das passiert meist dann, wenn man den schönen Schein wahren möchte – so wie zur Weihnachtszeit.
Ja, Gott steht dem Armen, der sich ungerecht behandelt fühlt, zur Seite. Gott hilft mir, wenn mich jemand persönlich angreift oder ich mich auch selbst verurteile. Denn Gott betrachtet die Dinge aus einer ganz anderen Perspektive. Gott ist absolut gerecht. ER steht über den Dingen, die manchmal so belastend sind. Aber Gott überlässt uns eben nicht unserem Schicksal. Darum hat Gott seinen Sohn gesandt. Jesus Christus ist stellvertretend an den Ort schlimmster Verleumdung und brutalster Anklage getreten – am Kreuz auf Golgatha. Wer will uns jetzt noch verurteilen oder gar verfluchen? Der Gekreuzigte und Auferstandene, der zur Rechten Gottes sitzt, tritt für uns ein (Römer 8,33f)! Wer könnte da wider uns sein? In diesem Bewusstsein, dass Gott für mich ist, kann ich armer Sünder das Böse mit Gutem überwinden und diejenigen segnen, die mich verfluchen. Dazu helfe mir und auch Ihnen der Gott, der uns den Sieg schenkt – durch Jesus Christus.

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