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Jakobus 1,26

Bibelvers

Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig.

Jakobus 1,26

Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig.

Jakobus hat dieses Thema von der unbeherrschten Zungen keineswegs „erfunden“.  Quer durch die Bibel begegnet es uns immer wieder. So zum Beispiel in der alttestamentlichen Weisheitsliteratur gleich mehrfach.
In Sprüche 29 Vers 20 heißt es: Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.
Ähnliches lesen wir in Prediger 5 in den Versen 1 und 2:  Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein. Denn wo viel Mühe ist, da kommen Träume, und wo viele Worte sind, da hört man den Toren.
Im Jakobusbrief selbst kommt diese Thematik gleich mehrfach vor. Bereits in Vers 19 des ersten Kapitels werden die Leser und Hörer aufgefordert: … ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
Reden ist ein – wenn nicht sogar –  d a s   Grundwerkzeug menschlicher Kommunikation. Auch wenn man sich ohne Worte zuweilen gegenseitig Eindrücke vermitteln kann, ist Vielfalt, Differenziertheit und Klarheit der Sprache, des Redens, durch nichts zu ersetzen. Und wir alle brauchen es auch, dass man mit uns spricht. Ohne Ansprache gehen wir ein. Und doch liegt im Reden auch eine der größten Gefahren für uns Menschen. Jakobus spricht an anderer Stelle in seinem Brief – in Kapitel 3 – sogar von der Zunge als Brandstifterin, die – im Bilde gesprochen - ganze Wälder anzünden könne.  Die großen Chancen unserer menschlichen Sprachfähigkeit bringen auch ebenso  große Risiken mit sich. Wie viel Porzellan ist in dieser Welt schon durch schnelle unbedachte Worte zerschlagen worden. Wie viele Beziehungen zwischen Ehepartner, Eltern und Kindern, zwischen Christen in einer Gemeinde  sind zerbrochen, weil sie der Zerstörungskraft von Worten, die ausgesprochen im Raum standen, nicht mehr standhalten konnten. Deshalb mahnt unser heutiges Bibelwort so eindringlich davor,  an dieser Stelle die Wachsamkeit auf zugeben.  Die Folgen könnten unabsehbar sein. Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig. Seine Zunge im Zaum hält zu allererst mal der, der gelernt hat, zu schweigen und zuzuhören. Denn Zuhören ist das Gebot der Stunde! Wer das kann, der hat schon viel gewonnen. Und um zuhören zu können, muss man sich immer wieder das automatische Drauflosreden ausdrücklich verbieten.
Schnelles Reden ohne das Gehörte wirklich aufgenommen, bedacht und bewertet zu haben, führt nicht selten zu Missverständnissen, zu emotionaler werdenden Reaktionen und am Ende zum Zorn. Das hängt oft unheilvoll zusammen.
Damit unser Umgang miteinander gelingen kann, braucht es ein gesundes Maß an verbaler Zurückhaltung. Jeder Segen kann nämlich auch zum Fluch werden. Martin Luther hat Recht, wenn er in seiner  Erklärung zum 8. Gebot im kleinen Katechismus ausführt: Du sollst nicht falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten. Was heißt das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht aus Falschheit belügen, verraten, verleumden oder hinter seinem Rücken reden, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.
 

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