/ Wort zum Tag

Jesaja 11,4

Bibelvers

Er wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande.

Jesaja 11,4

Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.

Titus 2,11

Ich habe das verbitterte Gesicht noch gut vor Augen. Mit harten Worten spricht der 89 jährige Mann mit mir: "Immer bin ich ungerecht behandelt worden." Der Mann spricht die Worte laut - und wird bei jedem Satz noch ein weniger lauter: "Ich wurde in der Ukraine im Waisenhaus geboren, habe im Krieg für die Sowjetunion gekämpft - und was war der Dank? Ich kam nach dem Krieg ins Arbeitslager. Gedemütigt haben sie mich - keine Rechte hatte ich. Immer war ich der Verlierer. Später dann - als ich nach Deutschland in den 80iger Jahren ausreisen durfte. Nur Ungerechtigkeit. Schlechte Arbeit, schlechtes Geld, böse Kollegen." Dieser Mann sehnte sich nach Gerechtigkeit, nach Anerkennung. Er fühlte sich als Verlierer. Tief war seine Verbitterung über das Leben. Der Mann selbst hatte sein Urteil gefällt - über Gerechte und Ungerechte. Er konnte genau sagen, wer in seinen 89 Lebensjahren gut und böse gewesen ist. Ab und zu musste ich schlucken - ohne die Menschen zu kennen, die er da verurteilte: Waren sie wirklich immer so ungerecht gewesen, wie der Mann sich das einbildete? War er selbst wirklich immer der Gute gewesen - so sah er sich nämlich.  Wie gut, dass uns der heutige Losungsspruch aus dem Buch Jesaja hilft loszulassen. Loszulassen von der Sucht, mit verbitterter Mine die Menschen dieser Welt in Gerechte und Ungerechte einteilen zu müssen. Jesus wird richten - die Menschen um mich herum und die, die mir begegnet sind. Jesus wird richten - die Menschen, die an mir schuldig geworden sind und diejenigen, die mir Gutes getan haben. Ich darf das Urteil über die Menschen aus meiner Hand in Gottes Hand legen. Mehr noch: Gott wird mich selbst richten. Ich kann aus meiner selbstgewählten Ecke der Verbitterung herauskommen. Jesus weiß genau, wie gut oder schlecht ich mich wirklich verhalten habe. Ihm kann ich nichts vorgaukeln. Ich brauche keine Angst davor zu haben, dass mein Lebensschicksal unbeachtet geblieben ist.
Fest steht: Alle Menschen, die Gott richten wird, werden sich nicht auf ihr gutes Verhalten verlassen können. Es wäre ein fatales Missverständnis, wenn ich den Losungstext so auslegen würde: Die Armen und Elenden sind gut, weil sie arm und elend sind. Sie werden vor Gott Bestand haben, weil sie in dieser Welt benachteiligt waren. Nein - die Armen und Elenden brauchen das, was die Reichen und Wohlhabenden auch brauchen: die Gnade Jesu. Kein Mensch hat vor Gottes gerechtem Urteil Bestand: egal wie benachteiligt und unterdrückt er auf dieser Welt gewesen ist. Jeder braucht Jesus - jeder braucht seine Gnade. Wie heißt es im heutigen Lehrtext in Ergänzung zum Losungstext? Titus 2,11 :Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.
Jesu Gnade gilt: Wie wäre es, wenn Sie die Gnade Jesu sich heute ganz neu zusprechen lassen würden? Nehmen Sie diese Zusage in diesen Tag mit: Jesu Gnade ist da. Die Liederdichterin Hedwig von Redern  hat es so formuliert:
Wir haben eine Gnade, die alle Morgen neu, wir haben ein Erbarmen, das mächtig ist und treu. (Aus: Wir haben einen Felsen, der unbeweglich steht) 
 

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