/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 28,28

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

So sei es euch kundgetan, daß den Heiden dies Heil Gottes gesandt ist; und sie werden es hören.

Apostelgeschichte 28,28

Immer wieder staune ich neu darüber, wie der lebendige Gott zu uns Menschen redet. In der
Bibel wird ja oft davon erzählt, dass Gott nicht anders zu Menschen spricht, als durch den
Mund menschlicher Zeugen. Und lange habe ich gedacht: Ja, das war früher so, in längst vergangenen Zeiten. Da hat Gott unüberhörbar deutlich zu den Menschen geredet. Aber heute? Da schweigt er. Ich habe Gott noch nie reden hören.- Bis ich es eines Tages anders erfuhr. Wir waren als evangelische Jugendgruppe in ein Jugendheim ins Sauerland gefahren. Dort wollten wir das Pfingstwochenende miteinander verbringen. Als wir dort waren, entdeckten wir im Haus einen Aushang, der für Sonntag zu einem Waldgottesdienst an einer nahe gelegenen Talsperre einlud. So etwas hatte ich noch nicht erlebt, einen Gottesdienst außerhalb einer Kirche im Wald. So änderten wir unser Programm und wanderten am Sonntagmorgen zur Talsperre. Als wir uns dem angegebenen Platz näherten, hörten wir Posaunenmusik. Immer mehr Menschen sahen wir, die offensichtlich das gleiche Ziel hatten wie wir, den Waldgottesdienst an der Talsperre. Schließlich waren wir da. Es war zwar nichts Kirchliches zu entdecken. Kein Altar, keine Kanzel, auch einen Pastor im Talar konnte ich nicht ausmachen. Nur die Posaunenbläser waren jetzt auch zu sehen. Also musste dies der Platz sein. Schließlich stieg ein Mann auf einen Tisch und begrüßte die Anwesenden. Liedblätter wurden verteilt. Es wurde gesungen. Der Mann auf dem Tisch las aus der Bibel vor. Es war die Geschichte vorn ersten Pfingstfest. Er las davon, wie Tausende aus vielen Ländern zum Fest nach Jerusalem gekommen waren und nun miterlebten, was unter der Wirkung von Gottes gutem Geist geschah. Er las, wie in das Sprachengewirr hinein die Mitarbeiter Jesu anfingen zu predigen, von Jesus zu erzählen. Und er las von dem Wunder, das die Zuhörer dabei erlebten: Jeder verstand, was die Mitarbeiter Jesu sagten, ganz gleich, in welcher Sprache er auch sonst redete. Und nicht nur den Sinn der Worte verstanden sie. Sie spürten: Das ist wichtig für uns. Das geht uns an. „Als sie aber das hörten, ging ‘s ihnen durchs Herz”, las der Mann auf dem Tisch. Und die Zuhörer in der Geschichte fragten nach: Was sollen wir tun? Was bedeutet das für uns? ,,Lasst euch erretten!” bekamen sie zu Antwort. Irgendwie hatte ich gar nicht mitbekommen, dass der Mann mit seiner vorgelesenen Geschichte zu Ende gekommen war und jetzt selber predigte. So sehr hatte mich von irgendeiner Stelle an die Geschichte gepackt. Die letzten Sätze hatten sich bei mir festgehakt und gingen mir nicht aus dem Kopf: Was bedeutet das für mich? Was soll ich tun? Es war, als ob ich unbewusst mit diesen beiden Sätzen in mir die Rede des Mannes auf dem Tisch ständig danach befragte: Was bedeutet das für mich? Was soll ich tun?
,,Gott redete durch die Mitarbeiter Jesu so eindringlich zu den Menschen”, sagte der Prediger
auf dem Tisch, ,,dass viele Zuhörer noch am gleichen Tag eine mutige Entscheidung trafen. Sie sagten ,,Ja” zu Jesus und zu einem neuen Leben mit ihm.” Er machte eine Pause. ,,Und das ist bis heute nicht anders.”
Plötzlich war mir klar: Die Stimme des Mannes dort ist Gottes Stimme für mich. Ich begriff: Die Orientierung für mein Leben, die ich in der Jugendgruppe suchte, fand ich, wenn ich ,,Ja”
sagte zu Jesus und anfing, von ihm zu lernen, was Leben heißt. Immer wieder erlebe ich das so bis heute. Gott redet mich an durch Menschen. Das müssen nicht Pastoren sein wie der Mann auf dem Tisch an der Talsperre. Manchmal hat er mir etwas zu sagen durch einen guten Freund, manchmal durch einen Fremden, dem ich begegne. Hilfreich ist mir dabei die Frage geblieben: Was bedeutet das für mich? Was will Gott mir durch diesen Menschen sagen? Ob Gott vielleicht heute eine ähnliche Erfahrung für Sie bereithält?
 


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