/ Wort zum Tag

Jesaja 61,1-2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Der Herr hat mich gesandt, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Vergeltung unseres Gottes.“

Jesaja 61,1-2

Viele Jahre ist es jetzt her. Der Jugendreferent unseres CVJM hatte gute Kontakte zu einem amerikanischen Pastor, der in Deutschland Freiversammlungen durchführte. Mit ein paar anderen jungen Leuten sind wir mit ihm losgezogen. Seinen umgebauten VW-Bus stellten wir auf Plätze und in Fußgängerzonen. Wir sangen ein paar Lieder, und Keith, so hieß er, predigte von der Kanzel seines Wagens. Wer immer es hören wollte, bekam von Keith die Frohe Botschaft erklärt. Immer dabei war eine große Tafel, auf der er das Evangelium veranschaulichte. Keith war ein Original. Kein Tankwart und keine Verkäuferin gab es, die er nicht in ein Gespräch über den Glauben verwickelte. Das war manchmal schwierig. Denn oft kam er zu spät. Aber er hatte unterwegs vielen Menschen von Jesus erzählt.

Keith war einer, der sich vom Herrn gesandt wusste, die frohe Botschaft zu verkündigen. Er tat es fröhlich, unentwegt, und ließ sich von nichts entmutigen. Ich glaube, Keith konnte nicht anders.

Jesaja fällt mir ein. Er wusste sich von Gott zum Propheten berufen. Er sagte: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Vergeltung unseres Gottes, zu trösten alle Trauernden.“
Wer, wie Jesaja, von Gott berufen ist, der kann dem Auftrag Gottes nicht ausweichen. Er muss einfach. Ich glaube, für Keith, den Freiversammlungsmissionar, gab es keine Alternative. Das war nicht einfach sein Job, es war seine Lebensbestimmung. Er lebte seine Berufung aus ganzem Herzen.

In einer Missionszeitschrift las ich, wie Mitarbeitende einer Mission begründen, warum sie in diesem Dienst stehen. Einer schreibt: „Ich bin Missionar, weil es mir eine Ehre ist, das Evangelium Christi zu verkündigen.“ Eine Mitarbeiterin: „Ich sehe darin meine Berufung“. Ein Ehepaar: „Wir sind Missionare, weil wir alles in unserem Leben dem Herrn verdanken.“
Mich haben solche Berichte immer beeindruckt. Manchmal haben sie mich auch erschreckt. Keith, der Freiversammlungsmissionar, war damals eine Herausforderung für mich. Wie oft hatte ich ein schlechtes Gewissen. Weil ich anders bin. Ich bin kein solch glühender Evangelist, wie er einer war. Ich bin kein Missionar, der unter schwierigen Bedingungen Menschen in ihrer Umgebung von Jesus erzählt. Ich bin keiner, der jedem in der Eisenbahn von Jesus erzählt, ob er zuhören will oder nicht. Ich habe nicht die Taschen voller Traktate.
Aber ich bin dankbar, dass Gott mir meine Aufgabe gezeigt hat. Er hat mich mit meinen Gaben berufen und mich an den Platz gestellt, an dem er mich haben will. Ich muss mich nicht mit anderen vergleichen. Wichtig ist, dass wir hören, was Gott von uns will. Und dann gehen und gehorsam sind.

Vielleicht ist es Ihre Berufung, zu der Familie, die ins Nachbarhaus gezogen ist, eine freundliche Verbindung aufzubauen. Vielleicht ist es tatsächlich die Frau an der Kasse im Supermarkt, die sich heute über ein liebes Wort von Ihnen freut. Trauen Sie Gott zu, dass er was Gutes draus macht.
 


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