/ Wort zum Tag

Offenbarung 1,8

Bibelvers

„Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“

Offenbarung 1,8

Ich sitze im Bus und merke plötzlich auf: „Nächste Haltestelle: „Hoffnung“.
Tatsächlich, da steht es „Hoffnung“. Das klingt verheissungsvoll. Ich steige aus und blicke erwartungsvoll um mich. Ich sehe die schmucke Verkaufshalle einer bekannten Automarke und das elegante Verwaltungsgebäude einer grossen Krankenversicherungsgesellschaft. Gesundheit und Mobilität, sind das die Hoffnungen unserer Zeit? 

Etwas weiter vorne steht der Glaspalast einer Grossbank. Wir können also noch auf Kredit hoffen … jedenfalls vielleicht.

So sieht es aus an der Haltestelle „Hoffnung“ in Zürich. Die meisten Menschen unserer Zeit, werden da allerdings nie vorbeikommen. Für sie hält kein Bus an der Haltestelle der Hoffnung.

Ähnlich war die Lebenssituation der Christen im 1. Jahrhundert nach Christus. Auch für sie gab es keine solche Haltestelle „Hoffnung“. Sie gehörten nicht zu den Privilegierten und Angesehen. Zudem waren sie auch nicht bereit, den römischen Kaiser zu verehren.
Das war aufrührerisch. In einem System, in dem die Machterhaltung wichtiger war als das Wohl der Menschen, wurden sie … wie viele andere … an den Rand gedrängt. Sie hatten keinen Zugang zu den Honigtöpfen ihrer Zeit.

Ihre Lage war ziemlich hoffnungslos. Ohnmacht und Leid waren für sie ein wohlvertrautes Lebensgefühl. Gibt es für solche Menschen überhaupt noch „Hoffnung“?
An solche Menschen richtet sich das letzte Buch der Bibel, die Johannesapokalypse. Damals und heute. Hier spiegelt sich eine ganz andere Hoffnung.
Der heutige Lehrvers aus Offbarung 1,8 beschreibt diese Hoffnung so: „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“

A und O, Alpha und Omega, das sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Gott selbst ist der Anfang und das Ende. Er hat das erste und das letzte Wort. Gott allein ist allmächtig … und nicht das scheinbar unantastbare, machthungrige römische Imperium.

Doch Gott ist auch im Dazwischen präsent … Er war gegenwärtig im Alltag dieser Menschen.
Gott ist nicht nur „der da war“ und „der da sein wird“. Er ist auch „der da ist“ und „der da kommt“.
Es fällt auf, dass im Tagesvers die Gegenwart vor der Vergangenheit genannt wird.
„Der da ist …“ ... wie damals bei der Wüstenwanderung des Volkes Israel. Wie bei Daniel in der Löwengrube. Und wie an Pfingsten. „Der da ist“ … mitten in der Bedrängnis und der Verfolgung durch die Mächtigen. Das haben jene Menschen gespürt.  Daraus schöpften sie Kraft und Durchhaltewillen … und damit machten sie einander Mut.

Deshalb überliessen sie die Welt nicht dem römischen Reich, der „Über-Macht“ ihrer Zeit. Sie leisteten Widerstand. Und sie blieben innerlich frei. Sie orientierten sich an der Welt Gottes … auch für ihr Leben. Sie blieben Kinder Gottes. Auch als Kinder ihrer Zeit.
Die Geschichte hat ihnen recht gegeben. Das römische Imperium ist längst untergegangen. Der Glaube an Gott aber und seine Kirche leben immer noch.

Viele Christinnen und Christen in Südamerika oder Afrika sind auch heute nicht auf Rosen gebettet. Vielleicht finden sie deshalb den Zugang zur Johannesapokalypse leichter als wir. Auf sie warten an der Haltestelle „Hoffnung“ weder ein Krankenversicherer, noch ein Autoverkäufer oder eine Bank.
Sie kennen aber diese andere Haltestelle der „Hoffnung“, von der das letzte Buch der Bibel spricht. Zur dieser Haltestelle können wir alle fahren. Wo auch immer wir leben, es gilt: Unsere Welt bleibt Gottes Welt. „der da ist“ ist auch hier. Das gibt Hoffnung.

 

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