/ Wort zum Tag

Markus 3,35

Bibelvers

Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Markus 3,35

Der Evangelist Markus berichtet: „Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter“ (Mk 3,31-35).

 

In einem einzigen Satz bringt Jesus die Gottesherrschaft zur Sprache. Er sagt: „wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter“ (Vers 35). Diese Sprache trifft die Menschen. Sie ist genau und präzise.

 

Jesus wird durch seine Zuhörer darauf aufmerksam gemacht, dass seine Mutter und seine Brüder draußen stehen und darauf warten, dass er zu ihnen herauskommt. Warum? Seine Mutter und seine Brüder sind total erschrocken. Nicht nur wegen dem großen Volksauflauf. Noch mehr erschrickt sie, wie Jesus als großer Krankenheiler auftritt, dass sogar die bösen Geister ihn als Sohn Gottes bezeichnen und vor allem, dass Jesus die Auseinandersetzung mit dem damals anerkannten Frommen nicht scheut. Seine Familienangehörigen haben Angst um sein Leben. Deshalb wollen sie ihn mit nach Hause nehmen. Doch Jesus erwidert: „Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ Doch diese Klarstellung bezieht sich nicht nur auf seine Verwandtschaft.

Nein, damit spricht er einen viel größeren Kreis von Menschen an. Er kommt auf seine neue Familie zu sprechen, die jetzt in Israel entsteht. Doch diese Worte Jesu sind nicht familienfeindlich gemeint. Er hätte Kurt Tucholsky kaum nachgesprochen, der zu sagen pflegte: „Als Gott am sechsten Schöpfungstage alles ansah, was er gemacht hatte, war zwar alles gut, aber dafür war auch die Familie noch nicht da.“ Nein, Jesus hat nichts gegen familiäre Bindungen. Das wäre ein Missverständnis. Aber Jesus trennt sich um seinen Auftrags willen von seiner Ursprungsfamilie und sieht in seinem Jünger Kreis die neue Familie Gottes, in die er gehört.

 

So wertvoll eine Familie auch ist, für Jesus hat die Familie Gottes einen noch viel größeren Wert, wenn sie sich in der Gemeinde Jesu Christi darstellt. Dazu hat Hermann Traub geschrieben:

„Familie Gottes – Was ist das?

wo jeder anders ist,

andere Erfahrungen gemacht hat,

zu einer anderen Generation gehört,

aber trotzdem durch einen Herrn

berufen ist in die Familie Gottes

 

wo jeder anders leben muss,

andere Herausforderungen bewältigen muss,

zu anderen Ufern aufbrechen muss,

aber trotzdem durch einen Herrn

sich begleitet weiß in der Familie Gottes …“

 

Es gibt also im weitesten Sinne des Wortes geistliche Bande, die stärker sind als die leibliche Familie.

Immer wieder haben Nachfolger Jesu sich ganz bewusst für seine Familie entschieden. Ich denke an Martin Luther, der seinen Vater Hans zum Toben brachte, mit dem Entschluss, Mönch zu werden. Nicht zu vergessen Franz von Assisi, der seinem Vater die Kleider hinwarf, als dieser ihn vor dem Bischof als sein Eigentum reklamierte. Und nicht zuletzt Paulus, der sich „nicht mit Fleisch und Blut besprach“, als er das jüdisch fromme Elternhaus im Stich ließ. Das heißt, grundsätzlich ist die geistliche Verwandtschaft für Jesus wichtiger als die biologische.

 

Doch diese eine Aussage Jesu weist auch darauf hin, dass das Hören des Wortes Gottes allein nicht ausreicht. Das „Tun“ muss hinzukommen.

 

Eine gute Einstellung zu Jesus reicht also nicht. Das Bekenntnis zu ihm auch nicht. Wer den Willen Gottes nicht tut, verurteilt sich selbst. Den Willen Gottes tun, darauf kommt es an. Ihm gilt es zu entsprechen, sowohl in der Gemeinde Jesu Christi als auch in der eigenen Familie, aber auch überall im Alltag.

 

Schließlich macht Jesus deutlich, dass es nicht um die Bewunderung seiner Person geht, sondern um das Tun des Wortes Gottes.

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