/ Wort zum Tag

1. Korinther 2,3-4

Bibelvers

Paulus schreibt: Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.

1. Korinther 2,3-4

Paulus schreibt: „Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.

Gern hätte ich einmal bei Paulus gelauscht. Ich stelle mir vor, ihn auf einer seiner Missionsreisen zu erleben. Dabei kommen mir Gedanken, wie er an einem warmen Abend auf dem Marktplatz steht und eine Predigt beginnt. Einige hören zu, andere gehen vorbei. Nur das Schreien der Esel ist noch lauter als die Stimme dieses Mannes. Ich kann ihn nicht genau erkennen, er steht am Rand hinter einigen Menschen verdeckt. Gespannt hören sie zu. Schon an ihrer Körperhaltung kann ich erkennen, dass ihnen diese Worte wichtig sind.

Nun komme ich aber mit meiner Vorstellung schon an meine Grenzen. Von anderen Berichten weiß ich, er ist nicht überaus groß und eine stattliche Gestalt soll er auch nicht gehabt haben. Als er dann später den Korinthern schreibt, wie er zu ihnen gekommen ist, sind es Begriffe wie „schwach“ und „furchtsam“. Er bezeichnet seine Worte nicht stimmgewaltig und doch geht von ihnen etwas aus. Ihm lag es nicht an intellektuellen Höhenflügen. Im Gegensatz zu den gelehrten Größen seiner Zeit verzichtete er auf brilliante Formulierungen und weitausholenden Gedankengänge. Seine Absicht lag im Reden aus der Autorität von Gott heraus.  Erfüllt von der Kraft des Heiligen Geistes redete und handelte Paulus. Das war für ihn die Ausrichtung seines Dienstes.

Beim Nachdenken, wie Paulus die Herzen der Menschen erreicht hat, fällt mir das Stichwort „ehrlich“ ein. Seine Aussagen beruhten auf der Tatsache, die ihm selbst wiederfahren ist. Paulus hat Jesus als den Auferstandenen erlebt. Das hat sein Leben total verändert. Seine bisherige Perspektive hatte vorwiegend das menschlich Mögliche im Blick. Aus der Begegnung mit Jesus, der den Tod überwunden hat, ließ er sich ganz auf ihn ein. Das war für Paulus eine enorm große Erfahrung der Freiheit.

Natürlich war Paulus nicht dumm. Er hatte bei den großen jüdischen Theologen studiert. Paulus kannte sich auch aus, was die Philosophen seiner Zeit diskutierten. Ihm war vor allem wichtig, seine Zuhörer mit Gott selbst in Beziehung zu bringen. Er redete nicht nur über Gott und seine Kraft, er lebte aus dieser Kraft. Paulus vertraute  Gott. Das war immer wieder im Alltag spürbar. Seinen Worten folgten Zeichen von Gottes Handeln. Er betete mit Kranken um Heilung und sie haben Besserung erfahren bis hin zur Genesung. Er lief einfach durch die Straßen großer Städte und redete von Christus. Sein Wort hatte Wirkung bei den ganz Armen wie auch bei den einflussreichen Bürgern.

Selbst in Situationen, wo er missverstanden wurde, oder auch Benachteiligung erfuhr, lobte er Gott. Der Dank durchzog sein gesamtes Leben. Er hat Loblieder gesungen, selbst wenn alles Sichtbare dagegen sprach. Kraft der Dankbarkeit folgten Veränderungen.  Das sprengte nicht nur Gefängnistüren auf, sondern auch harte Herzen. Menschen, die bisher noch nie etwas von Jesus gehört hatten, erkannten die Notwendigkeit an ihn zu glauben. Es fiel ihnen wie Schuppen von den Augen, dass sie ohne Jesus verloren sind.

Paulus hatte kein Schema mit dem er unterwegs war, auch wenn er sich auf Bewährtes berufen konnte. Sein Vertrauen zu Gott war die entscheidende Grundlage für alles Reden und Tun. Er hatte auch Rückschläge erlebt und manche Situation brachte ihn an den Rand seiner Kräfte. Paulus war kein Held wo immer alles glatt abging. Auch die enttäuschenden Situationen gehörten zu seinem Leben. Es gab Momente, in denen Paulus nicht weiter wusste.  Seine Haltung, menschliche Begrenzungen zu Gottes Gelegenheiten zu machen, durchzog sein Leben wie ein roter Faden. Nicht Paulus hatte Gottes Geist, sondern Gottes guter Geist hat sein Leben ausgefüllt. Mit dieser Perspektive stellte er sich den Herausforderungen.

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