/ Wort zum Tag

Kolosser 2,15

Bibelvers

Gott hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Kolosser 2,15

Im Kolosserbrief Kapitel 2, 15 steht: „Gott hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.“ Hinter diesem Bibelwort steht die Frage: Wer bestimmt eigentlich unser Schicksal? Welche Kräfte lenken, was in der Welt passiert? Welche Mächte entscheiden, was in meinem Leben geschieht?

Solche Fragen sind nicht neu. Menschen aller Jahrhunderte stellten sie, auch zur Zeit des Paulus. In der Stadt Kolossä gab es damals wie im ganzen riesigen römischen Reich eine breite multireligiöse Szene. Ungezählt viele Gottheiten, kleine und große Tempel und Kulträume, Altäre, Opferriten, Bräuche – all das gehörte dazu. Und die Menschen lebten mit dem Grundgefühl, dass es wohl vielerlei bekannte und noch viel mehr unbekannte Kräfte und Mächte geben müsse, die irgendwie den Lebensweg bestimmen und das Schicksal lenken, gute oder böse Mächte.

Sagen wir nicht zu schnell, wir wären heute nur aufgeklärt und weit weg von solchen Vorstellungen. Warum tragen viele Menschen ein Amulett mit sich oder fahren nur mit einem Talisman los? Warum blüht das Geschäft mit Heilsteinen, in denen angeblich magische Kräfte schlummern? Immer mehr fernöstliche religiöse Symbole tauchen bei uns auf - buddhistische Figuren irgendwo auf der Grenze zwischen Exotik und Esoterik in Buchhandlungen, in Hotels, Kaufhäusern und sonstwo. Und sogar solche Menschen, die sich für absolut vernünftig halten und die von Glauben nichts wissen wollen, wehren sich, im Hotelzimmer Nummer 13 zu schlafen. Warum? Weil die Ahnung von schicksalsbestimmenden Mächten im Tiefsten mit Angst verbunden ist – mit der Angst, das Leben könnte einmal nicht mehr gehalten sein. Wenn da irgendwelche Kräfte das Schicksal bestimmen – wie sieht dann meine Zukunft aus? Weil da so viel Unsicherheit im Spiel ist, so viel Ungewissheit, darum haben viele Menschen Angst vor Krankheit. Sie fürchten sich vor dem Altwerden und wissen nicht, welche Kräfte ihre Zukunft bestimmen.

Da ist es nun ein starkes Bild, das Paulus vor Augen stellt: „Gott hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.“ Dahinter steht ein Ritual: Wenn es im römischen Reich mal wieder irgendwo Krieg gab und einen Sieg, dann kehrte der siegreiche Feldherr von der  Schlacht zurück und er zog im Triumphzug in eine Stadt ein – und in diesem Zug sah man auch Gefangene, nicht mehr in Kriegsrüstung, sondern fast nackt waren sie, gefesselt, erniedrigt und zur Schau gestellt. Hoffen und beten wir dafür, dass in unserer Welt Kriege aufhören und solche Erniedrigungen nicht mehr sein müssen.

Paulus nimmt das Bild des römischen Triumphzugs auf und drückt damit aus, was Jesus für uns bedeutet: Indem Jesus starb und auferstand, ist er auch Sieger über alle bösen Mächte und widergöttlichen Kräfte. In der Nacht von Karfreitag hat er sie besiegt, hat sie sozusagen gefesselt, hat sie ausgezogen, ihrer Macht entkleidet. Und am Ostermorgen führt Jesus die Mächte, die uns Angst machen wollen, hinter sich her. Auf seinem Weg aus dem Tod ins Leben stellt er sie öffentlich zur Schau. Ein starkes Bild, ein frohes und mutmachendes. Es bedeutet: Wenn ich mit dem Auferstandenem verbunden bin, dann haben solche Kräfte keine letzte Macht über mich. Sie sind nackt und gefesselt. Ostern heißt: Jesus geht als Sieger voraus. Darum kann ich alle Ängste ihm hinlegen, auch die Ängste vor Krankheit und Tod. Und allen kleingläubigen und abergläubigen Bindungen darf ich fröhlich den Kampf ansagen – warum? Weil Jesus schon gesiegt hat.

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