/ Wort zum Tag

1. Korinther 15,10

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Kennen Sie „DSDS“? Wenn nicht, ist das keine Bildungslücke! „DSDS“ ist die Abkürzung für „Deutschland sucht den Superstar“. Seit Jahren ist diese Fernsehshow des RTL ein Zuschauermagnet. Und der Traum vieler – 2012 der von mehr als 35.000 jungen Deutschen – dieser Superstar zu werden. Dafür scheuen die Bewerber kein Opfer an Zeit und Geld. Dafür nehmen sie ein stressiges Ausleseverfahren in Kauf. Dafür lassen sie sich von der Jury oft lächerlich und fertig machen.

Warum tun Menschen so etwas? Sicher, 500.000 Euro Preisgeld und der Vertrag mit einer Musikfirma sind verlockend. Doch „Superstar“ wird am Ende immer nur einer. Und der versinkt, wenn die Show gelaufen ist, oft schnell in der Versenkung.Warum diese Sucht danach, „super“ zu sein? Es ist die Sehnsucht, aus der Bedeutungslosigkeit auszubrechen. Es ist auch das Wissen darum, dass wir für unser Selbstwertgefühl Anerkennung und Wertschätzung brauchen.

Und jetzt steht Paulus vor uns und sagt: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Das sind ganz neue Töne. Hier sucht einer nicht die Bewunderung anderer. Hier applaudiert einer nicht sich selber. Hier stellt einer dankbar fest: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

Aus dem Zusammenhang gerissen klingt diese Selbsteinschätzung fast hochmütig. Doch ist nicht eine Demut fragwürdig, die meint, gebetsmühlenartig ständig den eigenen Unwert und das eigene Schuldigwerden wiederholen zu müssen? Als ob Gottes Gnade das „Mangelhaft“ und „Ungenügend“ unseres Lebens nicht zudecken könnte! Gottes unverdiente Güte ist kein schwaches Trostpflaster für unser Versagen, sondern eine Kraft, die uns verändert und ein neues Selbstwertgefühl schenkt.

So hat es Paulus erlebt. Er verschweigt seine dunkle Vergangenheit nicht: dass er als Saulus ein Christushasser und Christenverfolger war. Seine Vergangenheit bewahrt ihn davor, sich als frommer „Superstar“ zu fühlen. Doch dass er jetzt ein Christuszeuge und ein Christenfreund ist, zeigt ihm, was Gott Großes aus ihm gemacht hat.

So gehen wir Christen mit den Schatten unserer Vergangenheit recht um: Sie weisen uns an Jesus, der sie mit seinem Tod am Kreuz ausgelöscht hat. Und dieses selige Wissen schützt uns zugleich vor dem Hochmut, zu meinen, Wunder wer oder was zu sein. Wer sein Leben ungeschminkt sieht, muss immer der Liedzeile zustimmen: „Ich bin nicht wert aller Güte und Gnade, die Gott mir in Jesus erzeigt.“ Er kann aber zugleich jubeln: Durch diese Güte und Gnade bin ich wertvoll!

Damit ist jeder Selbstruhm ausgeschlossen. Nicht, was wir oder andere von uns halten, macht den Wert unseres Lebens aus, sondern allein, was Gott von uns hält: nämlich unbegreiflicherweise sehr viel! Weil wir bei ihm nicht bloß beliebt, sondern von ihm geliebt sind – und wie, völlig unverdient!

Eine größeres Selbstwertgefühl gibt es nicht. Es fußt nicht auf dem, was Sie und ich vollbringen, sondern auf dem, was Jesus für uns am Kreuz „vollbracht“ hat. „Christliche Demut“, sagt der Theologe Heiko Krimmer, „ist christusgeprägter Stolz.“ Wenn wir auf Jesus schauen, können wir stolz sein und mit Paulus sagen: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“ – sein von ihm gesuchtes und gefundenes, geliebtes Kind.

Jesus ist der „Superstar“, der hellste Stern der Welt. In seinem Licht wird mein Leben nicht von schwarzen Löchern an Minderwertigkeitsgefühlen und am Ende auch nicht vom schwarzen Loch des Todes verschluckt. Durch Gottes Gnade bleibe ich in Ewigkeit, was ich bin – sein Kind!


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