/ Wort zum Tag

Lukas 23,34

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Jesus sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!

Lukas 23,34

„Muss ich mir das gefallen lassen? Ich werde ausgelacht. Ich werde verspottet. Ich werde gedemütigt. Und das alles, obwohl ich unschuldig bin. Ich weiß von keinem Vergehen.“ Wie gehen Sie damit um, wenn Sie nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gequält werden? Wie werden Sie reagieren?

Bevor ich handle, möchte ich mir Jesus am Kreuz anschauen. Ihm ging es genauso. Unschuldig musste er leiden. Große Schmerzen haben ihm die Soldaten zugefügt. Gekreuzigt haben sie ihn. Und Jesus schaut von seinem Kreuz voller Liebe auf seine Peiniger und wird zu ihrem Anwalt. Er betete für sie zu seinem himmlischen Vater: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Sein Vater soll sie nicht festnageln auf ihre Worte. Ihr letztes Wort soll nicht Gottes letztes Wort sein. Er soll sie nicht verwerfen, wie sie Jesus verworfen haben. Jesus vergibt denen, die an ihm schuldig geworden sind. Darin möchte Jesus für uns zum Vorbild werden. Frida Gashumba beispielsweise hat diese Vergebung sogar an ihre Mörder weitergegeben.

Sie erlebte mit, wie ihre Eltern und Geschwister beim Völkermord in Ruanda bestialisch ermordet wurden. Sie selbst wurde niedergeschlagen und dann lebendig begraben, überlebte jedoch. Als sie später Christin wurde, entschied sie sich, den Mördern zu vergeben. Sie wurde innerlich frei.

Aus der Vergebung entsteht eine Kraft, die heilt. Bekanntlich schaden uns Bitterkeit und Hass am meisten. Denn das frisst uns innerlich auf. Das hat auch körperliche Folgen: Menschen werden nicht gesund, weil sie nicht vergeben. Studien zeigen, dass nachtragende Menschen häufiger an körperlichen Stress-Symptomen leiden. Wenn wir nicht vergeben, bindet uns eine unsichtbare Schnur an den „Täter“. Wir halten ihn fest und er uns. Somit hat er Macht über unser Leben.

Es fängt mit den ganz dünnen Fäden an. Das sind die scheinbar „kleinen“ Dinge, die wir anderen nachtragen. Regelmäßig besorgt der junge Nachbar Einkäufe für die alte Frau von der gleichen Straße. Einmal weist die Frau den hilfsbereiten Mann auf einen Fehler hin. Das hat er ihr nicht verziehen. Seitdem besorgt er ihr keine Lebensmittel mehr.

Der Abteilungsleiter hat vergessen, einen Mitarbeiter rechtzeitig zur Besprechung einzuladen. Er fühlt sich ausgegrenzt und zurückgesetzt. Das will der Mitarbeiter seinem Vorgesetzten nicht vergessen. Wie schnell geraten wir in eine Situation, die wir einem anderen nachtragen. Doch wer anderen etwas nachträgt, hat viel zu tragen! Wollen Sie wirklich viele solcher Lasten herumschleppen und sich damit belasten? Wollen Sie weiterhin „mauern“, bitter bleiben und bei anderen über die Person schimpfen, statt mit ihr darüber zu reden? Das Gift fängt zu wirken an.

Fehlende Vergebung steht nicht nur zwischen uns und dem anderen, sondern trennt uns auch von Gott. Um frei zu werden von bitteren Gedanken, müssen wir uns eingestehen, dass wir verletzt sind, den Schmerz und den Ärger spüren. Wenn Sie an dieser Stelle stehen bleiben, werden Sie keine Befreiung erfahren. Da Vergebung eine Entscheidung und kein Gefühl ist, muss sie bewusst und immer wieder neu getroffen werden. Schreiben Sie auf einen Zettel, wem Sie was nachtragen. Zerreißen Sie dann als symbolische Handlung den Zettel und werfen ihn weg. Und vergessen Sie diese Aktion nicht! Wenn es Menschen wie Frida Gashumba schaffen, zu vergeben, dann können Sie das auch!


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